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Schlesien-Reise 2026

Vom 6.9. bis 21.9.2026 führte unsere Reise, wie im Vorjahr, nach Polen, diesmal in den Süden nach Schlesien und weiter bis nach Krakau und in die Hohe Tatra. Wieder hatten Anna und Matthias (HEKA-Mobilreisen) die Reise hervorragend organisiert.

Samstag, 5.9.2026                           Vortag

Treffpunkt war am Vortag der Reise der weitläufige Freizeit- und Camping-Park Thräna, einige waren aber schon früher angereist. Das sonnige Wetter lud zu einer Radtour ein. Sylvia und Michael haben eine Route ausgearbeitet durch die wunderschöne Lausitzer Landschaft, etwas Wald, ein paar Hügel und Seen. Zum Mittagessen trafen wir in der einzigen Gaststätte in Diehsa auf eine Kellnerin, die in Ihrem Lausitzer Dialekt eine enorme Schlagfertigkeit an den Tag legte.

Am Nachmittag waren die Teilnehmer, 16 Paare und 1 Single mit insgesamt 17 Carthagos dann komplett, hinzu kamen Anna und Matthias mit ihrem unverkennbaren WoMo-Anhänger. Es entwickelte sich eine gesellige Runde, ein technisches Problem mit einer entladenen Fahrzeugbatterie sorgte für etwas Aufregung sowie vielstimmige Ratschläge und gemeinsame Lösungsversuche, im Endeffekt musste dann am Abend doch der ADAC Starthilfe leisten. Wenigstens war die Weiterfahrt gesichert.

Sonntag, 6.9.2026                            1. Tag

Nun begann die eigentliche Reise mit Anna und Matthias von Heka-Mobilreisen. Einige wollten auf dem Weg nach Hirschberg, dem ersten Ziel in Polen, noch Görlitz besichtigen. Um 10.00 Uhr fuhren wir also los und parkten in einem Außenbezirk von Görlitz, in die Innenstadt gelangten wir mit der Straßenbahn. Görlitz blieb im 2. Weltkrieg komplett unzerstört und ist so heute ein Touristenmagnet. Vom Marienplatz ging es zu Fuß vorbei an nach der Wende liebevoll restaurierten Häusern über den Untermarkt zur Neiße-Brücke.

Ohne jegliche Kontrollen kamen wir auf die polnische Seite und konnten in einem kleinen Restaurant direkt an der Neiße zu Mittag essen. Neben den typisch polnischen Piroggen gab es Lachstatar, Hähnchen und leckeren Salat.

Anschließend besuchten wir die Pfarrkirche St. Peter und Paul mit ihrer weltbekannten Sonnenorgel. Sie hat Ihren Namen von in Sonnenstrahlform radiär angeordneten Orgelpfeifen. Noch ein paar Eindrücke von der Görlitzer Altstadt, dann ging es mit der Straßenbahn zurück zum Wohnmobil.

Wir fuhren weiter nach Hirschberg, heute Jelena Gora, eine wörtliche Übersetzung: Jelena heißt Hirsch, Gora Berg. Der Campingplatz ist steil terrassenförmig angelegt, so mussten wir mit viel Schwung nach oben fahren, was für manche Wohnmobile eine Herausforderung war. Anna hatte zum Abendessen leckere Salate vorbereitet und Matthias grillte dazu Krakauer Würstchen. Der Begrüßungsabend endete mit Musik und ausgelassenem Tanz.

Montag, 7.9.2026                            2. Tag

Pünktlich um 10.00 Uhr versammelten wir uns am Eingang des Campingplatzes zur Busfahrt aus dem Hirschberger Talkessel nach Karpacz im Riesengebirge. Unterwegs begegneten wir am Straßenrand erstmals Rübezahl vor dem Hintergrund der Schneekoppe.

Dann ging es richtig aufwärts, zunächst mit dem Sessellift (wie man sieht, ein tierisches Vergnügen auch für unsere Vierbeiner) und anschließend weiter zu Fuß.

Unser lokaler Reiseführer Anton Witczak erwies sich als wandelndes Lexikon und begleitete einige von uns beim mäßig anspruchsvollen Aufstieg auf den Gipfel der Schneekoppe. Im Winter macht diese ihrem Namen regelmäßig Ehre, folgerichtig findet sich dort eine Wetterstation, das große runde Gebäude, daneben die kleine hölzerne Kapelle des heiligen Laurentius. An seinem Namenstag, dem 10. August, wird hier die Heilige Messe für Bergführer und Bergretter zelebriert. Der Ausblick von hier oben reicht bis nach Hirschberg und weit darüber hinaus, im Vordergrund aber auch eine mittelgradige Bausünde, ein riesiges Hotel, von dem angeblich nicht einmal der Besitzer die genaue Anzahl der Zimmer kennt.

Wir nutzten die Gelegenheit gleich für eine Grenzüberschreitung, nämlich über die Grenze nach Tschechien, die durch einen Grenzstein auf der Schneekoppe markiert ist und sich auf dem Gipfelpfad fortsetzt.

Es folgte eine deftige polnische Mahlzeit bei Rübezahl in Karpacz. Als Nachtisch gab es einen gefühlt 15cm hohen Apfelstrudel.

Unweit fand eine ausgemusterte Stabkirche aus der norwegischen Ortschaft Vang, erworben vom preußischen König Friedrich Wilhlem IV., 1842 zunächst den Weg nach Berlin und schließlich auf Betreiben der Gräfin von Reden nach Krummhübel, wie Karpacz damals hieß. Ein umlaufender Laubengang dient der Isolation gegen die Winterkälte.

Dienstag, 8.9.2026                           3. Tag

Bei schönstem Sonnenschein brachen wir heute nach Breslau auf. Auf dem Weg dorthin stand für alle Neulinge in Polen noch ausgiebige Bürokratie an, die Anmeldung beim polnischen Mautsystem e-Toll, was schließlich mit tatkräftiger Unterstützung von Matthias zu bewältigen war. Der Campingplatz in Breslau befindet sich auf dem Marsfeld, einem großen Sportareal mit diversen direkt benachbarten Fußball-Trainingsplätzen.

Am Nachmittag waren dann die Männer gefragt: konzentriertes Kartoffelschälen für die traditionellen köstlichen Kartoffelpuffer von Matthias. Wir ließen es uns schmecken und saßen an diesem warmen Spätsommerabend noch lange zusammen.

Mittwoch 9.9.26                               4. Tag

Mit dem Bus starteten wir gemeinsam mit unserem Reiseführer Andrej zur Stadtrundfahrt. Erste Station war die Breslauer Jahrhunderthalle.  Sie wurde als Zentrum des Breslauer Messegeländes von 1911 bis 1913 errichtet und ist seit 2006 Weltkulturerbe. Die Kubatur erinnert an das römische Pantheon, die freitragende Stahlbetonkuppel misst 65m. Die Nadel (Iglica) vor dem Gebäude ist etwa 100m hoch und wurde anlässlich einer Ausstellung im Jahr 1948 installiert.

Die Altstadt Breslaus ist auf mehrere Inseln im Oderlauf verteilt. Die Dom-Insel (heute eigentlich keine Insel mehr) ist rationell in kirchlichem Besitz mit Priesterseminar, Kreuzkirche, Statue des St. Jan Nepomuk, des Brücken-Heiligen, und natürlich mit dem Breslauer Dom von 1341, inzwischen mehrfach umgebaut und restauriert.

Eine markante Brücke führt von der Dom- zur Sand-Insel. Vor der Sand-Kirche erinnert ein Denkmal an die Botschaft der polnischen Bischöfe an die deutschen vom 18.11.1965: „Wir vergeben und bitten um Vergebung“

Einige von uns mussten sich etwas ausruhen, zogen damit aber Horden von Paparazzi an. In der historischen Markthalle war dann die Gelegenheit für ein kleines zweites Frühstück.

Die Breslauer Universität stillt eher den Hunger nach Bildung. Den Eingang zur altehrwürdigen Alma mater ziert eine kunstvoll gestaltete Tür, daneben der Student und der Professor im Kleinformat. In Breslau sind diese kleinen Bronze-Zwerge an allen möglichen Ecken und Nischen über die ganze Stadt verteilt. Sie erinnern an Demonstrationen gegen die kommunistische Diktatur in ihrer Endphase 1989 und ihre erfolgreiche Überwindung, mitnichten also ein Zwergenaufstand.

Der alte Breslauer Kerker steht nur 2 Querstraßen von der Universität entfernt (Zufall?), im Hof kam man an den Pranger und auch der passende Zwerg sollte nicht fehlen.

Durch eine enge Gasse erreichten wir schließlich den Marktplatz. In einem der umliegenden Restaurants gab es wieder die leckeren polnischen Piroggen, Teigtaschen gefüllt mit allerlei Gemüse oder Fleisch.

In Schlesien ist der zentrale Marktplatz typischerweise zirkulär um das Rathaus im Mittelpunkt angeordnet, daher die Bezeichnung „Ring“, polnisch „Rynek“. Direkt neben dem langgestreckten neuen Rathaus steht das alte Rathaus mit Turm und mit astronomischer Uhr aus dem Jahr 1580 an der Ostfassade.

Auf dem Rückweg zum Bushalteplatz stolperten wir über einige weitere der insgesamt 1045 Breslauer Zwerge, die meisten wurden von Firmen gestiftet. Sie thematisieren einen selbstbewussten Monarchen, Sisyphus, die Stadtreinigung und einen Manager mit Laptop. Zum Schluss sahen wir noch den allerersten, größten, aber etwas unförmigen Zwerg, genannt „Papa Zwerg“.

Donnerstag, 10.9.26                       5. Tag

Heute war der Tag zur freien Verfügung. Einige von uns fuhren mit der Straßenbahn erneut in die Innenstadt, etwa für eine Bootsfahrt auf der Oder. Wir besuchten den botanischen Garten und verbrachten dort zwei anregende Stunden. Besonders gefiel die riesige Dahlien-Sammlung.

Nach dem Mittagessen bestiegen wir den Mathematischen Turm der Universität Breslau mit einem schönen Überblick über die Breslauer Altstadt. Im Universitätsgebäude konnten wir neben vielen historischen Exponaten die beiden wunderschönen Barock-Säle Aula Leopoldina und Oratorium Marianum besichtigen. Anschließend fanden wir noch, etwas versteckt, das Denkmal für den Widerständler Dietrich Bonhoeffer, der in Breslau als Pastor wirkte.

Am Abend führte uns Matthias erneut zur Jahrhunderthalle, diesmal zu Fuß. Um 19.00 Uhr wurden dort illuminierte Wasserspiele gezeigt, orchestriert mit bekannten klassischen Musikstücken.

Freitag, 11.9.2026                            6. Tag

Matthias hatte wieder leckere Brötchen besorgt. Nach dem Frühstück fuhren wir los in Richtung Oppeln. Am Stadtrand befindet sich das Museum des Oppelner Dorfes.  Auf dem Parkplatz feierten wir zunächst, etwas improvisiert, Katjas 60. Geburtstag. 4 von uns können jetzt auch etwas vom (Schaukel-)Pferd erzählen. Im Freilichtmuseum werden 50 charakteristische historische schlesische Gebäude der letzten 3 Jahrhunderte auf einer Fläche von 10 ha präsentiert. Diese wurden an den Original-Standorten abgebaut und dort samt Einrichtung wieder aufgebaut.

Das Holzhaus und sein Interieur stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts nahe Oppeln.

In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts ist zumindest die Inneneinrichtung deutlich moderner, mit elektrischer Beleuchtung und einem Radio der Marke Blaupunkt.

Die Wassermühle wurde 1832 erbaut, mit originalem Mahlwerk und Mühlsteinen aus dieser Zeit.

Im Dorfladen von vor 100 Jahren kannte man noch keine Plastikverpackungen, aber schon viel Reklame auf Emaille-Tafeln.

In nahezu jedem Gebäude wartete ein Mitarbeiter des Museums auf Besucher und gab Erklärungen, teilweise auch auf Deutsch. Besonders plastisch waren die Schilderungen damaliger Lehr- und Disziplinierungsmethoden in der Dorfschule des 19. Jahrhunderts.

Nun ging es weiter nach Tschenstochau zu seiner einmaligen polnischen Wallfahrtsstätte, dem Kloster Jasna Gora („Heller Berg“). Wir kamen bei strömendem Regen auf einem riesigen befestigten Schotterparkplatz an, auf dem es immerhin Elektroanschlüsse gab. Der eigentlich geplante gemeinsame Grillabend musste wegen des Regens ausfallen. Hunderte katholische Pfadfinder waren angereist und übernachteten in Zelten nebenan. Der Regen tat der ausgelassenen Stimmung offenbar keinen Abbruch.

Samstag, 12.9.2026                         7. Tag

Schon am frühen Morgen füllte sich der Parkplatz zusehends mit Autos und vielen Reisebussen mit Wallfahrern aus allen Teilen Polens. Um 10.30 Uhr startete unsere Führung durch die Wallfahrtsstätte rund um die Schwarze Madonna. Unsere Führerin erklärte die verschiedenen Insignien und Reliquien im Madonnen-Schrein. Das aktuelle Bildnis der sitzenden Maria mit dem Jesuskind entstand 1433 als Restauration einer ursprünglichen Ikone im byzantinischen Stil auf einer ca. 120x80cm großen Lindenholztafel, welche der Legende nach aus dem Tisch der Heiligen Familie stammte und erstmals vom Apostel Lukas bemalt worden war. Die dunkle Gesichtsfarbe könnte auf allmähliche Farbveränderungen des Holzes zurückzuführen sein. Im Kloster Jasna Gora befindet sich die Ikone seit 1382, sie soll, obwohl vorher evakuiert, bei der Belagerung durch die Schweden 1655 das Kloster beschützt haben.

An verschiedenen Wänden finden sich Hinweise auf die polnische Geschichte, hier auf den Zweiten Weltkrieg und die Gewerkschaft ‚Solidarnosc‘. So wird die Schwarze Madonna seit 1656 auch als ‚Königin Polens‘ gefeiert. In der überfüllten Wallfahrtskirche folgten die Gottesdienste unmittelbar aufeinander. Erstaunlicherweise wurden wir mit anderen Touristen während des laufenden Gottesdienstes (!) in einer abgeteilten Reihe entlang der Wand durch die Kirche und den Schrein mit der Schwarzen Madonna und wieder zurückgeleitet, diese Situation war uns ziemlich unangenehm.

Auch die Bilder der Kreuzwegstationen Jesu von Jerzy Duda-Gracz im Obergeschoß zeigen einzelne Motive mit neuerem geschichtlichen Bezug. Der Rittersaal hat viele historische Ereignisse miterlebt und beherbergt militärische Ehrenbanner, alte Gemälde und Fotos sowie eine Wandtafel, die an den Jahrestag der Christianisierung Polens 966 erinnert.

Im benachbarten Museum des 600-jährigen Kloster-Jubiläums wird neben Monstranzen eine Sammlung wertvoller historischer Musikinstrumente gezeigt, mit der man ein komplettes Sinfonieorchester ausstatten könnte, weiterhin mehrere Gewänder, mit denen die Ikone der Schwarzen Madonna verschiedenen Anlässen entsprechend eingekleidet wird.

Abschließend warfen wir noch einen Blick in die Schatzkammer des Klosters, die mit wertvollen Spenden von Gläubigen gefüllt ist. An der Ostmauer des Klosters wurde währenddessen ein großer Freiluft-Gottesdienst zelebriert.

Einige bestiegen noch den Turm der Klosterbasilika, wir aber nutzten den folgenden Rundgang durch die angrenzende, geometrisch angelegte Innenstadt für Kaffee und Kuchen und traten dann den Rückweg an, der wiederum durch die Klostermauern führte.

Bei schönem Wetter servierten Anna und Matthias wieder ihre leckeren Grillwürstchen mit Brötchen.

Sonntag, 13.9.2026                         8. Tag

Die heutige Abreise Richtung Krakau war früh angesagt, um nicht in den Zustrom der Pilger-Busse zu geraten. Ziel war der Campingplatz Kuter Port ca. 35km südöstlich von Krakau, eine absolute Luxus-Oase, angelegt von einem spendablen Investor, mit eigenem Badestrand am See, modernem Restaurant, Tennishalle, Fitnessraum und Spa einschließlich Hallenschwimmbad. Natürlich waren auch Toiletten und Duschen auf dem neusten Stand und sehr sauber.

Abends trafen wir uns auf dem Grillplatz. Das Grillen hatte diesmal Ingo übernommen. Anschließend saßen wir noch lange am Lagerfeuer.

Montag, 14.9.2026                          9. Tag

Mit dem Bus ging es heute nach Krakau. Die Fahrt über die eng aufeinander folgenden Hügel erinnerte etwas an eine Achterbahn. Erste Station war die Wawel-Burg mit Kathedrale, die auf einer gut zu verteidigenden Anhöhe liegt. Hinter dem Torbogen empfing uns das Denkmal von Papst Johannes Paul II., der vor seiner Papstwahl als Karol Wojtila von 1964 bis 1978 Erzbischof von Krakau war.

Wir trafen unseren Stadtführer Christoph, der uns sehr detailverliebt durch die opulent ausgestattete gotische Kathedrale von 1142 begleitete, den Krönungs- und Begräbnisort der polnischen Könige.

Zentral in der Mitte der Kathedrale befindet sich das Mausoleum des Heiligen Stanislaus, Bischof von Krakau, der 1079 als Märtyrer starb. Vor dem Hochaltar, rechts daneben der Thron, wurden früher die polnischen Könige gekrönt. Viele enge Stiegen im Glockenturm führten uns hinauf zur Sigismund-Glocke, die lange Zeit größte Glocke Polens. Bei Berührung des Klöppels erfüllt sich angeblich ein geheimer Wunsch.

In mehreren, miteinander verbundenen Krypten sind unzählige polnische Könige bestattet, darunter auch August der Starke von Sachsen, 1694 bis 1733 in Personalunion Könlg von Polen. Sein Sarkophag, im Bild ganz hinten, enthält allerdings nicht das Herz, dieses wird in Dresden aufbewahrt. In einer weiteren Krypta fand Josef Pilsudski, polnischer Marschall und maßgeblicher Staatsmann der Zwischenkriegszeit, 1935 seine letzte Ruhe. Vom Wawel-Schloss sahen wir nur den Innenhof.

Die Krakauer Altstadt beginnt unmittelbar nördlich des Wawel-Hügels. Am Platz der Maria Magdalena stehen die St. Peter-und-Paul-Kirche und die St. Andreas-Kirche direkt nebeneinander. Der Palast Wielopolskich ist heute Sitz der Krakauer Stadtverwaltung. Im Arkadenhof des Collegium Maius, des ältesten Gebäudes der Universität Krakau, heute Museum, ist die gotische Architektur des 14. Jahrhunderts erhalten geblieben.

Der Marktplatz wird dominiert von den Türmen der mächtigen gotischen Marien-Basilika aus dem 13. bis 15. Jahrhundert. Zu jeder vollen Stunde spielt hier ein Türmer auf der Trompete das polnische Triumpfsignal „Hajnal“, bricht aber mittendrin ab, was symbolisieren soll, dass sein Vorgänger 1241 beim Spiel von einem mongolischen Pfeil getroffen wurde. In 12-jähriger Arbeit von 1477 bis 1489 hat der Nürnberger Bildhauer Veit Stoß hier den zweitgrößten Altar Europas erschaffen.

Das unterirdische Museum am Marktplatz, das einen Einblick in die Frühzeit Krakaus bietet, und der Rathausturm waren leider geschlossen. In den historischen Tuchhallen, mittig auf dem Marktplatz gelegen, herrscht heute ein Bazar-artiges Treiben mit unzähligen Souvenir-Läden.

Am Rande des Marktplatzes wurde die Skulptur „Eros bendato“ aufgestellt, die neben der ‚Fesselung durch die Liebe‘ noch diverse andere Interpretationen zulässt. Die am Wiener Vorbild orientierten Fiaker in Krakau erinnern an die Zeit der Habsburgischen Herrschaft von 1846 bis 1918, deren Spätphase allgemein als sehr tolerant empfunden wurde. Die gesamte Krakauer Altstadt ist von einem 4km langen Grüngürtel umgeben, am nördlichen Rand ist zudem noch ein Teil der alten Stadtmauer erhalten.

Dienstag, 15.9.2026                        10. Tag

Am Vormittag gönnten wir uns ein ausgiebiges Frühstuck im Restaurant auf dem Campingplatz. Danach war für einige eine Wellness-Massage angesagt oder auch ein Besuch im Schwimmbad mit Entspannung im warmen Jacuzzi. Die für 15.30 Uhr geplante Abfahrt mit dem Bus zur Besichtigung des einmaligen Salzbergwerks in Wielieczka startete mit etwas Verzögerung. Dort angekommen ging es mit einem sehr engen Gruben-Fahrstuhl, jeweils 8 Leute in der Kabine zusammengepfercht (Platzangst!), ziemlich schnell nach unten.

Unten war es umso weitläufiger, insgesamt über 250km Abbaustrecken, von denen wir in 2 Stunden ungefähr 3,5km bis in eine Tiefe von 135m sehen konnten.  Unser Grubenführer Stanislaw, in traditionellem Outfit, eigentlich Lehrer für Mathematik und Physik, gestaltete den Rundgang mit vielen kleinen Anekdoten sehr interessant und kurzweilig. Der Abbau des allseits gefragten Steinsalzes machte früher fast ein Drittel der polnischen Staatseinnahmen aus und die umliegende Region reich. 1992 wurde der großtechnische Salzabbau eingestellt. Viele der Stollen sind stabil freitragend, andere mussten mit geschichteten Holzbalken abgestützt werden. Sogar die pflasterartig gestalteten Fußböden bestehen komplett aus Steinsalz.

Unter Tage wurden auch Pferde eingesetzt, das gefährliche Abfackeln von Methandämpfen blieb aber Grubenarbeitern überlassen. Entlang der Stollen zeigen viele komplett aus Salz geschlagene Skulpturen, welche harte körperliche Arbeit hier früher geleistet wurde, teilweise mit einfachsten technischen Hilfsmitteln.

Damit das jedem bewusstwurde, durften wir auch selbst Hand anlegen. Das angehobene Fass war aber nicht im mindesten randvoll mit Salz gefüllt.

Statuen, alle natürlich aus Steinsalz, erinnern an berühmte historische polnische Persönlichkeiten wie König Kasimir den Großen oder Nikolaus Kopernikus sowie an bekannte Besucher wie Goethe.

Besonders beeindruckend ist die 12m hohe Kapelle der Heiligen Kinga auf der 2. Sohle in 101m Tiefe. Auch hier bestehen Lüster, Altar, Reliefs und Skulpturen aus Steinsalz, daher erscheinen sie bei Illumination semitransparent.

Sole aus den Tiefen des Bergwerks wird als wohltuendes Bade- und Körperpflegemittel verkauft, ebenso gereinigtes Steinsalz in kleinen Mengen.  In speziellen Heil-Stollen werden Allergien und Atemwegserkrankungen therapiert, für Festlichkeiten kann man unterirdische Säle mieten und sogar im „Hotel Grand Sal“ unterirdisch übernachten.

Sole aus den Tiefen des Bergwerks wird als wohltuendes Bade- und Körperpflegemittel verkauft, ebenso gereinigtes Steinsalz in kleinen Mengen.  In speziellen Heil-Stollen werden Allergien und Atemwegserkrankungen therapiert, für Festlichkeiten kann man unterirdische Säle mieten und sogar im „Hotel Grand Sal“ unterirdisch übernachten.

Mittwoch, 16.9.2026                      11. Tag

Heute verließen wir den Luxus-Campingplatz Kuter Port und fuhren zum Campingplatz Polana Sosny bei Niedzica. Dort waren die Verhältnisse etwas enger, aber sehr gemütlich. Da es noch einmal richtig warm wurde, suchten viele ein schattiges Plätzchen.

Donnerstag, 17.9.2026                  12. Tag

Die ursprünglich geplante Floßfahrt auf der Dunajec wurde wetterbedingt auf den nächsten Tag verschoben. So hatten wir heute Zeit zum Ausruhen oder für eine schöne Fahrradtour. Die wieder von Sylvia und Michael ausgesuchte Route führte uns über 34km zunächst zur Burg Niedzica und weiter auf und ab fast komplett um den westlich benachbarten Czorsztyn-Stausee. Lediglich das letzte Stück legten wir mit einer idyllischen kleinen Fähre zurück.

Den Tag beschlossen wir mit einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant am Campingplatz.

Freitag, der 18.9.26                         13. Tag

Bei strahlendem Sonnenschein ging es heute mit dem Bus zur Floßfahrt auf der Dunajec. Die Flöße waren aus 5 gleich langen Teilen zusammengesetzt und wurden von je 2 erfahrenen Flößern in traditioneller Tracht bewegt. Das Gewerbe ist mehr als 200 Jahre alt, die Ausbildung zum verantwortlichen Flößer dauert 6 Jahre und erfolgt häufig in der Familie zwischen Vater und Sohn.

Mit langen Holzstangen wurde durch Stromschnellen und vorbei an Untiefen gesteuert.

Die modernistisch anmutende Kirche von Sromowce Nizne nimmt die Formensprache der Bergspitzen im Hintergrund auf. Wir fuhren nun in die Schlucht ein, die die Dunajec über Jahrtausende geformt hat. Der Fluss bildet hier die Grenze zwischen Polen und der Slowakei.

Bis zu 350m ragen steile Felswände in die Höhe, man fühlte sich an die Alpen erinnert. Unterwegs musste eine kleine Kollision verhindert werden. Rafting war die etwas schnellere Variante der Fortbewegung auf der Dunajec. Unsere zweistündige Floßfahrt endete in Szczawnica, zurück ging es nach ausgiebigem Mittagsmahl mit dem Bus.

Samstag, 19.9.26                              14. Tag

Den Vormittag nutzten wir für eine weitere Fahrradtour, diesmal entlang des Dunajec-Ufers nach Osten und konnten beobachten, wie die Flöße zusammengesetzt wurden. Wir überquerten mit dem Fluss auch die Grenze zur Slowakei und sahen die fahrenden Flöße aus der Landperspektive.

Anschließend fuhren wir zu unserem letzten Ziel Zakopane in der Hohen Tatra. Der Campingplatz lag direkt unterhalb der großen Skisprungschanzen, es gab dort keine gekennzeichneten Stellplätze, der Untergrund war uneben und die Aufstellung etwas chaotisch. Ein niedrig hängendes Stromkabel war im Weg, aber Michael hatte einen Besen dabei und die passende Lösung.

Sonntag, 20.9.26                              15. Tag

Um 11:00 Uhr trafen wir uns zum Stadtspaziergang mit Anna und Matthias. Entlang vieler typischer Holzhäuser mit spitzem Dach (Begrenzung potentieller Schneelasten!) erreichten wir die mit Touristen überfüllte Fußgängerzone. Auf einem Markt am Ende konnten wir, mit landesprachlicher Unterstützung von Matthias, sehr preiswert Felle und Lederwaren kaufen.

Am Nachmittag um 15.30 Uhr versammelten wir uns am Eingang des Campingplatzes zur Kutschfahrt. Langsam und gemütlich ging es durch die südlichen Teile von Zakopane zur Anhöhe Antalowka. Von dort hatten wir einen fantastischen Ausblick auf die beiden großen Skisprungschanzen und die Gipfel der hohen Tatra, es entstand unser Gruppenbild mit Dame(n).

Nach der Rückkehr auf den Campingplatz trafen wir uns zum Abschiedsessen, ein Streichquartett sorgte für die landestypische musikalische Untermalung. Wir haben Würstchen direkt auf offenem Feuer gegrillt, dazu gab es Schmalzbrote, Bier und Wein. Noch einmal hörten wir Matthias: „Zum Wohle sagt der Pole – und trinken wir wieder umsonst“ und Ingo inszenierte mit uns eine theaterreife Aufführung.

Rechtzeitig, bevor der große Regen einsetzte, verabschiedeten wir uns voneinander. Eine schöne und interessante Reise mit vielen Höhepunkten ging zu Ende.

Montag, 21.9.26                               16. Tag

In der Nacht herrschte wolkenbruchartiger Dauerregen. Vorausschauenderweise hatten einige vorher noch umgeparkt, so gelang die Ausfahrt trotz des schon ziemlich aufgeweichten Bodens relativ problemlos, wir gingen individuell auf die Heimreise.

Cordula und Wolfgang