Mitglieder vom Carthago Kreis e.V. fahren mit HEKA-Mobilreisen durch Marokko
Tag 1: 7. Februar 2026
In Algeciras, der bedeutenden Hafen- und Industriestadt in der spanischen Provinz Cádiz, war unsere Gruppe mit 16 Fahrzeugen komplett.
Wieder Sturmböen und Gewitter. Jede(r) hatte Geschichten zu Stürmen, Dauerregen und Überschwemmungen während der Anreise parat. Aufgrund der teilweisen sehr anstrengenden Anfahrt war heute nach der Begrüßung durch Anna und Matthias (unsere Tourguides für die nächsten Wochen), nur Ausruhen und Einkaufen im nahen Supermarkt angesagt.
Am Abend bekamen wir unsere Fähr-Tickets (245 €) von unseren beiden Tourguides mit allen Infos zu morgen. Alle waren gespannt, was uns auf dem afrikanischen Kontinent erwartet.
Tag 2: 8. Februar 2026
Um 6:30 Uhr fuhren wir im Konvoi zur Fähre. Matthias fuhr voraus, da die Anfahrt mitunter nicht so einfach ist und er sicherstellen wollte, dass alle pünktlich an der Fähre ankommen. Es dauerte, bis wir alle im Hafen zwischen PKW und LKW eingereiht wurden. Jetzt hieß es warten bis zur Auffahrt auf die Fähre. Von Matthias gab es noch Tipps zur Auffahrt und zum Einparken auf der Fähre. So sagte er zum Beispiel, dass das Personal viel pfeifen und winken wird. Davon sollen wir uns nicht irritieren lassen. Letztendlich war es dann doch eine kleine Challenge bis alle auf dem Deck eingeparkt hatten. Als nächstes mussten Einreisezettel ausgefüllt werden und es hieß Schlange stehen bis unsere Pässe abgestempelt waren.
Die Überfahrt war etwas unruhig und wir freuten uns, als die Fähre im Hafen von Tanger Med in Marokko anlegte.
Von der Fähre ging es zum Zoll. Nach welchen Regeln kontrolliert wurde, war nicht ersichtlich. Einzelne wurden durchgewinkt, andere unserer Gruppe hatten Besuch von Zollbeamten mit Hunden, die wohl nach Drogen suchten. Matthias musste völlig unerwartet durch einen Fahrzeugscanner. Wir hatten doch etwas Sorge um das Bier in seinem Anhänger. Alles ging gut, hatte aber viel Zeit gekostet. Bier („umsonst“) hatte der Zoll Gott sei Dank nicht im Fokus. Matthias war sichtlich erleichtert, denn das hatte er auf seinen vielen Reisen nach Marokko noch nicht erlebt.
Unser erstes Ziel war Assilah, knapp 100 Kilometer von Tanger Med entfernt. Die Folgen der Wetterkapriolen waren unübersehbar. Viele Landstriche waren immer noch überschwemmt.
Eine ganz andere Welt, das fiel sofort auf. Fussgänger auf dem Seitenstreifen der Autobahn und überall Schafe, Ziegen, Kühe, Pferde. Als Autofahrer war Vorsicht geboten.
Häuser mit ungewohntem Baustil, der stark von den klimatischen Bedingungen und den lokal verfügbaren Materialien geprägt ist.
Bei der Ankunft auf dem Campingplatz Assilah, war es nicht so trocken wie man es im regenarmen Marokko erwarten würde. Große Pfützen, eine Herausforderung für Matthias, den Platzchef und alle Fahrer. Die Carthagos standen nach vielem Hin und Her kreuz und quer. Egal, wir waren müde und es war nur für eine Nacht. Nach der Begrüßung von Matthias und Anna mit Getränk besichtigten noch einzelne von uns Assilah.
Tag 3: 9. Februar 2026
Der Tag begann hier anders als bei uns, aber vielleicht in der Wirkung ähnlich. Hier startete der Tag um 6:45 Uhr mit dem Ruf des Muezzins und z.B. in Bayern mit den Kirchenglocken oder einem engagierten Hahn.
Matthias verwöhnte uns mit Baguette, schmeckte sehr gut, wird aber aus dem Teig eines Fladenbrotes gebacken.
Nach dem Frühstück verließen wir den Campingplatz Richtung Meknès zu unserem nächsten Ziel, dem Campingplatz Zerhoun Belle Vue. Alle Carthagos kamen gut aus dem überschwemmten Campingplatz raus. Es hatte die ganze Nacht stark geregnet, so dass sich eine kleine Seenlandschaft gebildet hatte.
Die Fahrt zu unserem neuen Ziel war geprägt durch Nebel, Starkregen und teilweise schlechte Sicht. So konnten wir von der Landschaft wenig sehen.
Der ständige Blick auf die Wetterapps versprach nichts Gutes. Wieder starker Regen und Überschwemmungen.
Autofahren in Marokko ist irgendwie ein Abenteuer. Allein wie die Fahrzeuge beladen werden. Alles auf das Dach, selbst Kühe müssen da hoch. Fussgänger auf der Autobahn, die kreuz und quer laufen oder Autos, die einem auf dem Seitenstreifen entgegenkommen.
Rechts und links von der Autobahn Gewächshäuser, Plantagen auf denen im Regen gearbeitet wird. Kinder spielen Fußball und lassen sich von Schlamm und Regen nicht stören. Eigentlich nicht so abwegig, denn es gibt doch, wenn wir uns nicht täuschen, Schlammfußball - Swamp Soccer -. Ein Spiel von uns auf dem nächsten Stellplatz? Ob wir zwei Mannschaften zusammenbekommen hätten?
Zwei Teams, die weiter voraus waren, informierten uns, dass ein Erdrutsch auf der geplanten Strecke ein Durchkommen unmöglich macht. So konnten wir die Stadt Meknès nicht, wie geplant, umfahren. Der Gedanke im Berufsverkehr durch Meknès zu fahren, löste ein gewisses Unbehagen aus. Der Verkehr war nicht wie erwartet, sondern übertraf unsere Erwartungen. Autos, Roller, Karren, Fahrradfahrer und Fussgänger, alles gefühlt für uns ein Durcheinander von allen Seiten. Polizei, die den Verkehr mit viel Winken und Pfeifen regelte. Die Verkehrsregeln konnten wir nicht erkennen und fuhren vorsichtig auf „Sicht“. Man hatte das Gefühl, dass es ständig krachen müsste, aber das kontrollierte Chaos funktionierte und so sind alle gut nach 314 km am Ziel angekommen.
Die Belohnung des anstrengenden Tages war ein sehr gutes Abendessen im Restaurant des Campingplatzes.
Eine typische Harira Suppe, scharf mit Kichererbsen. Aus der Tajine entweder Fleischbällchen oder Huhn mit Gemüse. Süsses Mandelgebäck und Marzipanpraline zum Nachtisch. Marokkanischen Whiskey = Fresh Mint Tea
Tag 4: 10. Februar 2026
Eigentlich hatten wir sie schon vergessen, am Mittag kam die Sonne raus.
Wie angenehm mal wieder vor dem Camper zu sitzen. Ja, sogar ein Stuhlkreis war möglich.
So schön kann es sein!
Impressionen vom Campingplatz und der Landschaft davor....
Tag 5: 11. Februar 2026
Heute ging es mit dem Reisebus in eine der 4 Königsstädte Marokkos, Meknès. Meknès ist UNESCO-Weltkulturerbe und bestach durch monumentale Architektur aus der Regierungszeit des Sultans Moulay Ismail. Unser marokkanischer Reiseführer war unterhaltsam, sprach gut Deutsch und führte uns durch die bedeutendste Moschee, die Große Moschee und einen Teil der Medina. Nach einem Imbiss gingen wir, teilweise mit Google, durch die Markthallen. Man kann sich als Fremder hier leicht verlaufen. Ein Erlebnis der besonderen Art und man spürte beim Rundgang, dass Sultan Moulay Ismail hier im 17. Jahrhundert sein „Versailles“ geschaffen hat.
Tag 6: 12.Februar 2026
Mit 5 Grossraumtaxis fuhren wir nach Volubilis, 30 km von Meknès entfernt. Es war warm, die Sonne schien und kein Regen war in Sicht. Volubilis ist die bedeutendste römische Ausgrabungsstätte in Marokko. Sie gilt als die am besten erhaltene römische Stadt in Nordafrika und ist seit 1997 Teil des UNESCO-Weltkulturerbe. Wir hatten einen "Guide", der uns zum geschichtlichen Hintergrund beeindruckende Mosaike zeigte. Sie sind nicht in einem Museum, sondern liegen heute noch da, wo sie vor 1.800 Jahren als Fußboden dienten. Beeindruckend waren die Triumphbögen, Basiliken und Thermen, die im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. ihre Blütezeit erlebten.
Als Nächstes brachten uns Taxis zu einem Aussichtspunkt, wo wir einen traumhaften Blick auf die Stadt Moulay Idris hatten. Die Fahrt dahin war herausfordernd, insbesondere für das „Damentaxi“. Zügig fahrende Marokkaner, die im Zickzack um Schlaglöcher fuhren und auf Straßen ohne Sicherung gegen abschüssiges Gelände schnell, für manche gefühlt zu schnell, den Aussichtspunkt erreichten.
Der eine oder andere war froh am Aussichtspunkt aussteigen zu dürfen. Aber wir wurden mit einem einzigartigen Blick auf die Heilige Stadt belohnt.
Wegen des hier befindlichen Grabes des Staatsgründers Idris I. gilt sie vielen Muslimen als heilig und durfte bis weit ins 20. Jahrhundert hinein nicht von Ausländern betreten werden.
Die Weiterfahrt in die Stadt war entspannter und wer wollte, konnte mit unserem Reiseführer treppauf/treppab durch kleine Gassen gehen. Es gibt keine Autos, einziges Transportmittel sind Esel. Wir konnten eine Olivenölmühle besichtigen und Handwerker, die in ihren kleinen dunklen Werkstätten alles Erdenkliche herstellten. Lebensmittelläden waren mit Waren so vollgestopft, dass man das Gefühl hat, hier alles zu bekommen.
Sehr schön erhebt sich das runde und insgesamt mit Kacheln überzogene Minarett einer Moschee. Die Grabmoschee selbst ist für Nichtmuslime nicht zugänglich.
Zurück am Campingplatz grillte Matthias abends Würstl und Anna und Doris fabrizierten dazu köstlichen Tomatensalat. Bier gab‘s vom Fass.
Tag 7: 13. Februar 2026
Heute war unser Ziel der Campingplatz Diamant Vert in Fés.
Ein sehr schöner Campingplatz, auch bei Regen. Kein Problem, denn für heute war ein Ruhetag eingeplant und die Wetter-Apps versprachen für den morgigen Ausflug nach Fès besseres Wetter.
Tag 8: 14. Februar 2026
Die Apps waren doch etwas zu optimistisch. Mit dem Bus fuhren wir morgens bei leichtem Regen nach Fès. HEKA-Mobilreisen hatte wieder einen hervorragenden Reiseführer engagiert, der vorbildlich Geschichte, Religion und Kultur der Stadt erläuterte und die Stadtführung zu einem bleibenden Erlebnis machte. So erfuhren wir bereits im Bus, dass Fès die drittgrößte Millionenstadt und die älteste der vier Königsstädte Marokkos ist. Fès verfügt über eine der ältesten Universitäten weltweit.
Was in unseren Städten langsam wächst, gibt es hier schon lange, nämlich eine autofreie Altstadt. Man spricht von einer der größten Fußgängerzonen der Welt und diese gehört seit 1980 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Unsere Tour durch die Stadt begann am Eingang zum Königspalast und man glaubte es kaum, es war windig, aber die Sonne schien.
Wir erfuhren viel über die Geschichte des Königspalastes und seiner heutigen Bedeutung. Besichtigung war leider nicht möglich, aber als Besucher beeindruckte einen auch seine spektakuläre Außenansicht. Der bewachte Palast wird vom König 3 – 4 x im Jahr genutzt.
Die Altstadt von Fès ist ein faszinierendes Labyrinth aus über 9.000 Gassen und gilt als eine der größten zusammenhängenden mittelalterlichen Medina der Welt. Wir wurden von unserem Guide gut "bewacht", denn in den tausenden Gassen kann man sich herrlich verlaufen. Überall wuselte es: Händler priesen ihre Waren an, der Duft von Gewürzen und frisch gebackenem Brot lag in der Luft und hinter jeder Ecke wartete etwas Neues – von bunten Stoffen bis zu kunstvoller Keramik, eine Gerberei, Steinmetze und vieles mehr konnten wir besichtigen. Alles zu beschreiben würde hier den Rahmen sprengen.
Um einen Gesamteindruck von der Medina zu bekommen, fuhren wir mit dem Bus hoch zum Borj Nord Museum und wurden mit einem fantastischen Panoramablick belohnt. Von hier oben sah man erst richtig die Größe der Medina, die eine 8 km lange Stadtmauer umgibt.
Unsere Tour beendeten wir mit einem Essen in einem landestypischen Restaurant auf einer Terrasse, hoch über Fès. Neben verschieden Vorspeisen und Gerichten gab es die traditionelle Tajine.
Tag 9: 15. Februar 2026
Wie jeden Tag, besprachen wir mit Matthias die Route zu unserem nächsten Ziel. Die Stadt Azrou liegt im mittleren Atlasgebirge und die Umgebung ist bekannt für ihre dichten Zedernwälder. Besonders berühmt ist der Cèdre Gouraud Forest, wo sogar wilde Berberaffen leben.
Auf der Fahrt in Richtung Azrou hatten wir den Eindruck, dass wir hier eher durch ursprünglichere Städte oder Orte fahren. Im Vergleich zu den großen Touristenorten wirkten sie traditioneller.
Unsere Tourguides Matthias und Anna haben immer gesagt, dass sie uns auch das wahre Marokko zeigen wollen. So entdeckten wir beeindruckende Landschaften, kleine Dörfer, einzelne Häuser und immer wieder Verkaufsstände mit heimischen Produkten, die zum Probieren und Einkaufen einluden.
Die kurvige Straße führte uns hoch auf 1.990 Meter. Hier sahen wir den ersten Schnee und erreichten den Parkplatz im Cèdre Gouraud Forest. Der Parkplatz war schneebedeckt und manch einer fuhr sich fest. Man glaubte es kaum, strahlender Sonnenschein und Schnee in Marokko. Die Berberaffen kannten natürlich diesen Parkplatz und freuten sich auf Futter. Hier gab es dann doch die typisch touristischen Stände mit Souvenirs aus Zedernholz.
Wir verließen den Parkplatz und kamen an mehreren Schlittenbergen vorbei. Es war Wochenende und viele Marokkaner waren mit PKW und einigen Reisebussen da und freuten sich über diese, für sie nicht alltägliche, weiße Pracht. Sie hatten sichtlich Spaß im Schnee.
Die Straße führte zunächst an riesigen Mandelplantagen vorbei und ging mit jedem Höhenmeter in eine sehr schöne steppenähnliche Landschaft über. 2.200 Höhenmeter war heute unser höchster Punkt. Nach weiteren 94 km erreichten wir unser Ziel, den Campingplatz Ksar Timnay. Der Platz lag für uns verkehrsgünstig direkt an der Nationalstraße N13.
Tag 10: 16. Februar 2026
Wir genossen den komfortablen Campingplatz zum Regenerieren und machten uns am Vormittag auf in Richtung Errachidia. Eine 180 km lange Fahrt kreuz und quer über die Berge lag vor uns. Das schlechte Wetter vom Anfang der Reise war vergessen, denn es wurde zunehmend sonniger und wärmer.
Auf den teilweise gut ausgebauten Straßen kamen wir zügig voran, aber es gab auch das eine oder andere Schlagloch, das man nicht übersehen durfte. Erstaunlicherweise war viel Verkehr auf dieser Route. Deshalb musste man sehr konzentriert fahren. Nicht so schön war der viele Müll entlang der Strecke. Erste Reinigungsaktionen finden statt, um dem wachsenden Tourismus gerecht zu werden. Die Ortsdurchfahrten in den Bergen, mit Tieren auf der Straße oder einem Steinrutsch, den man umfahren musste, waren anstrengend. Aber durch die traumhafte Aussicht wurden wir immer wieder entschädigt. Sehr oft gab es Polizeisperren. Hier musste man langsam fahren oder anhalten, bis der Polizist winkte. Matthias hatte uns dringend empfohlen immer anzuhalten, denn ansonsten riskierte man ein Ticket. Das in Marokko auch ab und an Radar gemessen wurde, merkte man, wenn man an den Kontrollstellen plötzlich doch mal angehalten wurde.
Nicht verschweigen wollen wir, dass es sehr arme Regionen gibt. Häuser, die verfallen, das Dach mit Plastikplanen repariert und ja, dort wohnen Menschen. Oft können wir das nicht glauben.
Ab und zu saßen Marokkaner/-innen am Straßenrand, winkten oder möchten vermutlich gerne mitfahren. Man wunderte sich, dass in dieser Einsamkeit einzelne Radler und Fussgänger unterwegs waren.
Hin- und hergerissen von den Eindrücken auf der Fahrt, erreichten wir die Campingoase mit großen Palmen in der Nähe von Errachidia. Die Campingoase war sehr gut besucht, so dass wir Mühe hatten, alle vernünftig unterzukommen. Es war aber Besserung in Sicht, da eine französische Reisegruppe am nächsten Tag abreisen wollte.
Heute war für einen von uns ein besonderer Tag. Unser Guide Matthias feierte seinen Geburtstag mit uns und Marokkanern, die ihn alle kannten und herzlich begrüßten. Es gab marokkanische Pizza. Das ist Fladenbrot gefüllt mit Gemüse, Fleisch, Curry, Kurkuma. Kalt serviert und mit der Schere in Stücke geschnitten. Danach noch zwei Torten. Ein Fass Bier wurde auch angezapft. Darüber freuten sich nicht nur die Marokkaner.
Nachmittags 28°C und gegen 19:00 Uhr waren es nur noch ca. 12°C. So endete der Tag im warmen Carthago.
Tag 11: 17.Februar 2026
Der Tag begann wieder mit blauem Himmel und es ist, wie zu dieser Jahreszeit üblich, morgens kalt.
Auf dem Plan stand eine Wanderung zu den Ruinen von Ksar Meski. Als wir uns zur Wanderung gegen 11:00 Uhr auf den Weg machten, ist es bereits sehr warm. Die Ruinen von Ksar Meski sind Überreste eines traditionellen befestigten Dorfes, das als Ksar bekannt ist. Ksars werden typischerweise aus Lehmziegeln gebaut und dienten zum Schutz vor Invasionen.
Unser Guide ist 24 Jahre jung und sprach sehr gut deutsch (etwas italienisch, spanisch, englisch und natürlich französisch). Außerdem spielte er die Trommeln in der Band am Abend. Eine interessante, Tour über steinige Pfade und wunderbare Aussichten.
Abends hatte HEKA-Mobilreisen im Dorf bei einer Familie ein Abendessen organisiert.
Unumwunden können wir sagen: Das bisher beste Essen!
Das Highlight danach war ein Club - dekoriert mit einer Sammlung von Instrumenten, Schallplatten, alten Radios, Fotos usw. - in dem eine Band für uns aufspielte. Überraschung war, dass unser junger Guide hier virtuos die Trommeln spielte.
Wir können nur betonen: Megacool! Stimmung, Tanz und Applaus! Wir waren rundum begeistert!
Tag 12: 18.Februar 2026
Der Tag stand zur freien Verfügung.
Es wurde gewaschen, geputzt, gelesen und gechillt in der Sonne. Am Nachmittag hatten wir ein Seminar über die Zubereitung der traditionellen Tajine. Unter der Anleitung von Mohammed und Abdul wurde geschnippelt und Gemüse sowie Hühnerfleisch in vier Tajines geschichtet. Darüber kommt die Soße aus Knoblauch, Koriander, Öl, Salz und eine Mischung aus 31 Gewürzen. Nach einer Stunde und 50 Minuten Garzeit ließen wir uns das Gericht zusammen mit Fladenbrot schmecken.
Ein kleines Konzert mit Tee und eine Präsentation verschiedener Teppiche rundete den Abend ab.
Tag 13: 19. Februar 2026
Der heutige Tag hatte zwei Optionen: Chillen oder mit dem öffentlichen Bus nach Errachidia. Mohammed begleitete uns und so hatten wir eine große Hilfe beim Bezahlen und zum Dolmetschen. Ein Großteil von uns entschied sich für das Abenteuer. Unser Campingplatz lag an der Endhaltestelle, so bekamen alle einen Sitzplatz, nachdem Mohammed das mit dem Fahrpreis geregelt hatte.
Einen Sitzplatz zu haben war sehr gut, denn der Fahrer fuhr die holprige Straße mit vollem Tempo. Der Bus hielt an jeder Haltestelle, auch wenn diese für uns so nicht erkennbar war und es waren viele. Der Bus war nach ein paar Haltestellen sehr voll. Viele Schüler, Berufstätige im Businesslook und Leute, die einfach aus unterschiedlichen Gründen in die Stadt wollten.
In der Stadt angekommen versuchten wir Geld (Dirham) aus den Geldautomaten zu bekommen oder Telefonkarten aufzuladen. Ohne Hilfe von Mohammed war dies fast nicht möglich.
Ausgerüstet mit dem nötigen Kleingeld besuchten wir den Markt von Errachidia. Dieser war irgendwie anders als die Märkte, die wir bisher besucht hatten. Eher durch Einheimische geprägt, da hier - der in Marokko immer stärker werdende Tourismus - noch nicht so präsent ist. Mohammed kannte viele Leute auf dem Markt und so konnten wir Obst, Gemüse, Datteln und verschiedene Keramiken zu einem sehr günstigen Preis einkaufen. Ein Kilo Tomaten und 4 große Paprika kosteten z.B. umgerechnet 1,20 Euro. Eine Tajine mittlerer Größe, 12 Euro. Man merkte, dass man handeln musste und die Begleitung eines Einheimischen wirkte sich wohl so auch auf die Preisgestaltung aus.
Auf der Rückfahrt zum Campingplatz waren wir nicht mehr so mutig und gönnten uns drei Großraumtaxis. Nicht so authentisch, aber einfach bequemer.
Ab heute gab es für muslimisch geprägte Länder eine Regel zu berücksichtigen, den Ramadan. Der Ramadan-Fastenmonat ist für die Muslime die heiligste Zeit. Von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang ist die Fastenzeit. Wir waren froh, dass Reisende davon befreit sind.
Andere Länder aber ähnliche Gepflogenheiten. Bei uns gibt es z.B. zu Weihnachten Sonderangebote und so gibt es hier zu Ramadan auch Sonderangebote. Ob man den Vergleich machen darf?
Jedenfalls konnten wir unsere marokkanischen Handykarten zu besonders günstigen Preisen aufladen (40 GB für 200 Dirham 18,60 €). Sonst bekommt man nur 20 GB für diesen Preis. Auch konnten wir Turbane für die Sahara sehr günstig erwerben sowie kleine Teppiche.
Tag 14: 20. Februar 2026
Der Tag begann stressig. Schon bei der Einfahrt in den Campingplatz beschlich den einen oder anderen ein gewisses Unbehagen, was die engen Kurven und die steile Zufahrt angingen.
Bei der Ausfahrt vom Campingplatz zeigte sich, dass das nicht ganz unberechtigt war. Für die längeren Carthagos, insbesondere mit 3 Achsen und Frontantrieb war es auf der mit Natursteinen gepflasterten Auffahrt schwierig, immer den notwendigen Grip zu haben. Aber mit vereinten Kräften und durch tatkräftige Unterstützung der Einwohner und sogar der Kinder, konnten alle die Steigung meistern. Über zwei Stunden und viel Geduld benötigten wir insgesamt. Wir waren froh, als alle oben auf der Straße standen.
Auf der Fahrt zu unserem nächsten Ziel machten wir noch einen Stopp an einem Atelier für Fossilien. Sehr interessant, wie die Fossilien in unterschiedliche Gebrauchsgegenstände eingearbeitet werden. Schön war, dass man gegenüber dem Atelier einen grandiosen Blick über eine Oase hatte.
Nach einer langen Fahrt durch die karge Landschaft erreichten wir Erg Chebbi, eine der zwei großen Sandwüsten Marokkos. Die Dünen erreichen eine Höhe von 150 Meter. An einigen Stellen wachsen nach Regenfällen Dünengräser. Das gesamte Erg hat eine Ausdehnung von 22 Kilometer in Nord-Süd-Richtung und bis zu fünf Kilometer in Ost-West-Richtung.
Unser Campingplatz ist traumhaft und liegt unmittelbar an den Dünen. HEKA-Mobilreisen hatte diesen Platz vor Jahren entdeckt und zu dem hohen Standard, wie er sich heute präsentiert, mit entwickelt: Camping Ksar Merzouga. Ein Platz unterhalb der Sanddünen. Quads und Buggys pesten die Sanddünen hinauf. Karawanen mit Dromedaren brachen auf, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Ein schöner Blick rundherum.
Der Tag endete am Lagerfeuer mit Gesprächen über die gemachten Erfahrungen und Erlebnisse.
Tag 15: 21. Februar 2026
Die anfänglichen Regentage unserer Reise gerieten mehr und mehr in Vergessenheit. So gewöhnten wir uns heute an die Sonnenstrahlen und blieben vorwiegend im Schatten.
Am Nachmittag kamen die Dromedare, Quads und Buggys, um auf die Dünen zum Sonnenuntergang zu starten. Ein interessanter Anblick wie alle nach und nach die Dünen erklommen.
Es waren auch relativ viele Familien auf diesem Platz. Kinder aus den unterschiedlichsten Nationen genossen diesen riesigen „Sandkasten“.
Um 17:00 Uhr begann das von uns schon sehnlich erwartete Grillfest. Jeder wusste, welche leckeren Sachen in einem Wohnmobil seit Anfang der Reise lagerten. Doris hatte Mengen von Fleisch und Würstl aus Deutschland in ihrer, für die Reise neu angeschafften, Kühltruhe „gebunkert“.
Großes Lob und Dankbarkeit für diesen nicht selbstverständlichen Aufwand.
Wie im Carthago-Kreis Usus, bereicherten Salate, die jeder mitbrachte, das Buffet. Ein Fass Bier („umsonst“) gab es auch. Mohammed's Mama hatte zu aller Überraschung zwei Kuchen für uns gebacken. Was soll man sagen? Uns ging es so richtig gut!
Die meisten verschwanden gegen 20:00 Uhr in ihren Wohnmobilen. Nachts wurde es doch immer noch ziemlich kalt.
Tag 16: 22. Februar 2026
Für diesen Tag wurde eine Rundreise mit Geländefahrzeugen angeboten. Von Mohammed bekamen wir das entsprechende Outfit, um gegen Wind und Sonne besser geschützt zu sein.
Das erste Ziel der Wüstenrundfahrt war an einem See. Dieser hatte sich durch die vielen Regenfälle gebildet und wird, wenn es nicht regnet, erst in zwei bis drei Jahren austrocknen.
Nächster Halt war im Wüstendorf Khamlia. Obwohl die Einwohner schwarzafrikanische Wurzeln haben, sind sie tief in die marokkanische Gesellschaft integriert. Sie selbst bezeichnen sich oft als Gnawa oder Angehörige des Bambara-Stammes. Die Les Pigeons du Sable (Sandtauben) spielten für uns ihre traditionelle Gnawa Musik.
Wir bekamen Tee und lauschten der Musik und verfolgten den Tanz dazu.
Wenige Kilometer von Khamlia entfernt, besuchten wir die Überreste alter Minen. Unsere Fahrzeuge wurden auf dem steinigen Gelände kräftig durchgeschüttelt. Heute wird hier kaum noch Silber abgebaut. Mineraliensammler finden hier Quarz- und Bleierze. Berber boten ihren Silberschmuck und Kristalle zum Verkauf an.
Eine längere Rast machten wir in einem Dorf der Beduinen. Da wurden wir schon nachdenklich und demütig. Wie einfach und zufrieden die Menschen hier leben - fernab in der "Steppenlandschaft".
Ein mit Zwiebelgemüse gefülltes Fladenbrot wurde uns mit Tee serviert. Wir durften alles fotografieren und sind willkommen in deren zuhause. Zwei kleine Jungs beobachteten uns mit großen Augen.
Zum Abschluss eine abenteuerliche Fahrt über die Dünen, fühlte sich wie Achterbahn an. Unsere Fahrer meisterten die Fahrt durch den Sand problemlos. Ein Fahrzeug blieb stecken, wurde aber sehr routiniert wieder flott gemacht.
Ein emotionaler, interessanter Tag! So etwas zu erleben ist großartig. Drei von uns hatten heute die Dünen bestiegen und erzählten stolz davon. Großartige Leistung.
Als Abschluss des aufregenden Tages hatten wir ein Abendessen im Restaurant und ließen den Tag am Lagerfeuer ausklingen.
Morgen werden einige von uns schon um halb sechs Uhr aufstehen. Warum, erzählen wir noch ….
Tag 17: 23. Februar 2026
Zehn unerschrockene Frühaufsteher und Sonnenanbeter aus unserer Reisegruppe, stehen morgens um halb sechs auf. Jürgen Jakob hatte die Idee, auf die Sanddünen zu steigen, um den Sonnenaufgang in der Wüste zu erleben. Er hatte eine Route am Vortag erkundet und so starteten wir in dunkler Nacht mit Taschenlampen, um eine möglichst hohe Düne zu erklimmen.
Tourguide Jürgen Jakob führte uns die Dünen hinauf und wir waren alle überwältigt und begeistert, als die ersten Sonnenstrahlen am Horizont auftauchten. Der Aufstieg ist anstrengend, aber der Anblick der Morgensonne einzigartig.
Es ist und war ein unvergessliches Erlebnis!
Der Rückweg war amüsant, denn die meisten Touristen wählten die bequemere Art auf Dromedaren hinaufzuschwanken. Etwas störend waren nur ein paar Quads, die über die Dünen lärmten.
Drei von uns wollten auch noch den Sonnenuntergang sehen und bestiegen am Abend Dromedare, um die Düne mit der besten Sicht zu erreichen.