Tag 18: 24. Februar 2026
Nach den schönen Tagen bei den Dünen, ging es für uns wieder auf die Straße.
Auf der Fahrt fielen uns immer wieder abenteuerlich beladene und umgebaute Oldtimer auf.
Junge Franzosen waren auf einer Rallye mit ausschließlich alten Renault R 4 unterwegs.
Le 4L Trophy: Wie Studenten die hartesten Herausforderungen der Wüstenrallye meistern
Bei der Durchfahrt durch die Dörfer, mussten wir konzentriert fahren. Es war nämlich Schulschluss und es wuselte geradezu von Kindern.
Wir erreichten das unterirdische Bewässerungssystem Khettara, das in Marokko seit über 1.000 Jahren genutzt wird. Das Wasser fließt tief unter der Erde, was am Rande der Sahara lebenswichtig ist. Dadurch findet praktisch keine Verdunstung statt. Die Tunnel sind mit zahlreichen Lüftungsschächten verbunden, die einst für den Bergbau genutzt wurden, heute aber die Wartung des gesamten Systems ermöglichen. Eine einfache und effektive Lösung. Karim ist hier der Experte und führte uns durch die Anlage.
Nach einer kurzen Pause machten wir uns wieder auf den Weg.
Wir wollten zur Schlucht Todra Gorge.
Immer wieder viele Kinder entlang der Straße. Sie winkten, lachten und freuten sich über unseren Konvoi. Die Straßen steinig und staubig, Löcher und Bodenwellen.
Der nächste Ort war Tinghir. Hier gab es einen Carrefour Supermarkt, der öffnete wegen Ramadan leider erst um 17:00 Uhr. Wir hatten noch genügend Verpflegung und Wasser und fuhren weiter zur Todra Schlucht.
Vorbei an unserem Campingplatz, erreichten wir die Schlucht. Schon auf den ersten Metern waren wir von der Mächtigkeit der aufsteigenden Felswände beeindruckt. Gefühlt unzählige Händler boten auf der Straße durch die Schlucht ihre immer gleichen Waren an. Kletterer an den Felsen, Kleinbusse brachten viele Touristen in die Schlucht. Uns war das zu viel Trubel, obwohl Anna sagte, dass sonst noch viel mehr los ist.
Tag 19: 25. Februar 2026
So hielten wir uns nicht lange in der Schlucht auf und fuhren zurück zu unserem Campingplatz Le Soleil. Er befand sich kurz vor der Schlucht. Der Platz war eng und mit 16 Fahrzeugen dauerte es eine Weile, bis alle ihren Platz gefunden hatten. Da es neben der Schlucht nicht viel zu besichtigen gab, wurde gemeinsam entschieden, dass es morgen am Vormittag weiter geht.
Bevor es durch die Steinwüste ging, wurden die Vorräte im nächsten Ort in einem Carrefour Supermarkt aufgefüllt.
Auf der Strecke durch die Steinwüste sahen wir die schneebedeckten Gipfel des Atlasgebirges. Ein Ort reihte sich an den anderen, aber sie waren nicht sehr attraktiv und somit kein Grund anzuhalten. Kleinbusse mit Touristen, die oft die Verkehrsregeln ignorierten, überholten uns ständig. Wir wollen nicht verhehlen, dass, wenn sie bei den gelegentlichen Polizeikontrollen standen, wir wenig Mitleid mit ihnen hatten. Aus unserer Sicht völlig überladene LKW wurden komischerweise nicht kontrolliert.
Unweit der südmarokkanischen Stadt Ouarzazate kamen wir an einem der weltgrößten Projekte für Solarenergie vorbei. Auf einer Fläche von 3.000 Hektar ist einer der größten Solarkomplexe der Welt entstanden. Licht – arabisch Noor – ist der Name des Ensembles, das aus vier Großprojekten besteht.
https://www.kfw.de/stories/umwelt/erneuerbare-energien/solarstrom-aus-der-wueste/
Nach 180 km anstrengender Fahrt erreichten wir Quarzazate. Unser Campingplatz lag am Stadtrand. Heute waren alle ziemlich geschafft, deshalb war "Ausruhen" Programm.
Tag 20: 26. Februar 2026
Am Vormittag stiegen wir in zwei bereitstehende Kleinbusse. Die Fahrt nach Aït Ben-Haddou dauerte 40 Minuten. Vorbei an den Atlas- und CLA-Filmstudios, wo etliche Filme wie z.B. Gladiator oder Asterix und Obelix gedreht wurden. Ait-Ben-Haddou ist eine richtig großartige Wüstenstadt in Marokko und so eine sehr beliebte Filmkulisse. Unter anderem wurden hier Szenen aus Gladiator, die Mumie und Game of Thrones gedreht.
Es ist ein befestigtes Dorf am Fuße des Hohen Atlas in der Provinz Ouarzazate im Südosten Marokkos. Der komplette alte Ortskern ist seit dem Jahr 1987 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.
Viele Treppen führten hinauf zu den Cafés, Händlern und Orten, die als Filmkulissen dienten. Interessant, vor allem für diejenigen, die den einen oder anderen Spielfilm in Erinnerung haben.
Zurück in Quarzazate auf den Place Al-Mouahidine im Zentrum, aßen wir zu Mittag. Tajine, marokkanische Pizza oder Hähnchenspiess. Ein Besuch in einer Patisserie löste Begeisterung für das unglaubliche Angebot an süßem Gebäck aus. Natürlich "haben und kaufen wollen".
Um noch etwas von der Stadt zu sehen, nahmen wir kein Taxi und machten uns zu Fuß auf den Rückweg. Es war wieder ein schöner Tag.
Tag 21: 27. Februar 2026
Heute wollten wir zur meistbesuchten Stadt Marokkos, nach Marrakesch. Sie ist weltweit bekannt und gilt als das wichtigste Aushängeschild des marokkanischen Tourismus.
Wir mussten dazu 210 km über das Atlas Gebirge nach Marrakesch zurücklegen. Das ist vielleicht eine der schönsten Strecken auf unserer Reise. Die neue Straße ist sehr gut ausgebaut und man sieht vereinzelt noch die alte Straße. Wir sind froh, dass wir nicht mehr auf der alten, schmalen und ungesicherten Straße fahren müssen. Wäre sicher sehr aufregend. Wegen Steinschlag oder Geröllrutsch, der auch ein paar Mal die neue Straße blockierte, wurden Umfahrungen über die alte Straße eingerichtet.
Wir erleben auf der Strecke viele Serpentinen, sehen Berge mal grün, braun, rot und in der Ferne sieht man sie auch mit Schnee bedeckt. Wenig bekannt ist, dass sich im Atlas Gebirge der höchste Berg Nordafrikas und zugleich der höchste Berg Marokkos befindet. Mit 4.167 m ist der Jbel Toubkal ein beliebtes Ziel für Trekking Touren. Der Aufstieg gilt technisch als nicht besonders schwierig, verlangt aber eine gute Kondition.
Händler, Hirten, Fussgänger, Fahrradfahrer und immer wieder R4 Rallyefahrer. Am höchsten Punkt unserer Route, auf 2.260 m Höhe am Col du Ticha ein Foto von einem Teil unserer Gruppe.
Und eine freudige Überraschung:
Wir treffen hier oben auf zwei Wohnmobile aus dem Carthago-Kreis nebst ihrer sehr netten Besatzung, die mit einer anderen Reisegruppe unterwegs sind.
Nach einem kurzen Erfahrungsaustausch geht es weiter zum Campingplatz.
Matthias warnt uns aufzupassen und auf keinen Fall durch Marrakesch zu fahren. Es ist nicht so einfach, trotz gut ausgebauter Straßen die Umfahrung zu finden. Wir haben uns die beste Zeit ausgesucht, nämlich Freitag am Nachmittag, wo alle unterwegs waren. Am schlimmsten, die vielen Mopeds von links und rechts, knapp vorbei oder überholend und sogar auf unserer Seite entgegenkommend. Helme oder entsprechende Kleidung wie bei uns, ist hier eher die Ausnahme. Allah passt ja auf.
Tag 22: 28. Februar 2026
Heute kann jeder, der will, auf eigene Faust Marrakesch erkunden.
Bevor es in die Stadt geht, haben wir noch Michael ein Geburtstagsständchen gesungen. Eine kleine Feier gibt es dann abends.
HEKA-Mobilreisen hat Kleinbusse organisiert, die uns am Vormittag direkt ins Zentrum zu dem berühmten Marktplatz Djemaa-el-Fna bringen. Schon bei der Ankunft spürt man die besondere Atmosphäre. Über den riesigen Platz mit Ständen und Straßenkünstlern gehen wir in die Medina, die Altstadt von Marrakesch. Es geht durch enge verwinkelte Gassen, vorbei an kleinen Läden, in denen Teppiche, Lederwaren und handgefertigter Schmuck verkauft wird. Ständig werden wir angesprochen um einzukaufen. Handeln beim Kauf ist Pflicht, sonst bezahlt man deutlich zu viel. Da morgen die Besichtigung der Stadt mit einem Stadtführer geplant ist, beschränken wir uns auf einen groben Überblick. Wir entdecken eine Terrasse auf einem Café mit herrlichem Überblick auf den Djemaa-el-Fna Platz. Nach einem Drink und vielen Fotos finden wir über TripAdvisor ein Restaurant. Wir werden fündig. Eine viertel Stunde vom großen Platz entfernt und in einer Gegend, in der wir es nicht vermutet haben. Nicht so schön, schmutzig, Bettler, laut und voll ist es dort. Die Überraschung erleben wir beim Betreten des unscheinbaren Gebäudes. Innen sehr modern mit kleinen Boutiquen, Café und Restaurant. Sehr schönes Ambiente und gutes Essen.
Danach schlendern wir durch die mittlerweile gut besuchte Medina, wo wir oft zur Seite springen wegen lärmenden Mopeds, die auch noch durch die Gassen wollen. Es gibt so viel zu bestaunen. Acht von uns, haben für das Abendessen direkt am Marktplatz reserviert. Toll und afrikanisch lecker! Plätze dort heiß begehrt. Viele warten die Treppe hoch auf freie Sitzplätze. Um 19:30 Uhr zurück über den belebten Platz. Das ist sehr stimmungsvoll und wunderschön mit all den Lichtern, Trubel, Musik und den Gerüchen.
Tag 23: 01. März 2026
Heute fahren wir in Begleitung mit unserem Stadtführer Soufian nach Marrakesch. Er hat Germanistik studiert, spricht perfekt unsere Sprache und kann sehr unterhaltsam über die Stadt berichten. Wir sehen moderne Stadtteile, beeindruckende Gebäude und alte Straßen. Die Gegend der Schönen und Reichen mit Läden wie z.B. Louis Vuitton oder ein Hotel, wo die Übernachtung 9.000 € kostet. Sogar das bekannte Café Extrablatt gibt es hier. Den chaotischen Verkehr sind wir inzwischen gewöhnt und wenn man nicht selber fahren muss, ist es gut auszuhalten.
Wir erreichen das Stadtzentrum und gehen abweichend zu gestern, auf ganz anderen Gassen mit Soufian durch die Souks. Es ist schwierig, dass alle zusammenbleiben bei der Enge und den vielen Menschen, Mopeds, Karren und den beliebten Eseln. Wir besuchen Geschäfte mit Lederwaren und vor allem für handgefertigte Schuhe.
Eine Ausgrabungsstätte liegt auf unserem Weg. Danach erleben wir in einer exquisiten Apotheke eine sehr interessante Präsentation von Kräutern, Gewürzen, Ölen ( Argan), Salben und alles was unseren Körpern guttun soll und Heilung verspricht. Wir cremen und riechen. Diese Vielfalt an Gerüchen ist betörend. Die Jungs dort verstehen ihr Geschäft. Da klingelt die Kasse, trotz stolzer Preise.
Es folgt eine Stadtrundfahrt mit sechs Kutschen. Man wundert sich, wie die Pferde mit den Autos, Mopeds, Menschen und Lärm zurechtkommen.
Tag 24: 02. März 2026
Noch beeindruckt von Marrakesch machen wir uns auf den Weg Richtung Agadir. Die Autobahn ist wenig befahren und sehr gut ausgebaut. Auch mal schön, nicht durchgeschüttelt zu werden. Sie ist mautpflichtig, aber verglichen mit europäischen Ländern, bezahlen wir für die Strecke umgerechnet 15 €. Ein wirklich fairer Preis.
Nach Verlassen der Autobahn, fahren wir über eine Schnellstraße die letzten Kilometer. Da wir im Umfeld von Agadir nichts Besonderes entdecken können, geht es zielstrebig zum Campingplatz.
Nach 334 km erreichen wir ihn am Rande der Silberstadt Tiznit. Davor stehen viele Camper und warten auf Einlass. Wir haben reserviert und dürfen einfahren. Der Platz hat 200 Plätze und ist voll belegt. Hier überwintern fast nur Franzosen. iHH
Ein Teil der Reisegruppe macht noch einen Abendspaziergang in die Altstadt. Wir merken sofort, dass wir wohl etwas zu spät unterwegs sind. Es ist kurz vor Ende der Fastenzeit und viele kaufen noch eilig ein und wollen nach Hause, um endlich etwas zu essen und zu trinken. Was wir heute sehen, ist wieder ein Beispiel für das ursprüngliche Marokko.
Wir besichtigen eine Silberwerkstatt mit Ladengeschäft. Der Silberpreis ist sehr gestiegen in letzter Zeit. Jedes Schmuckstück wird gewogen und dann der Preis genannt. Eine kleine Ausstellung der Produkte, auch antike Teile, kann bewundert werden.
Auf dem Rückweg ruft der Muezzin. Die Straßen sind plötzlich menschenleer. Nur einige wenige Läden sind noch geöffnet. Davor sitzen die Menschen beim Abendessen.
Tag 25: 03. März 2026
Das hatten wir schon länger nicht mehr. Nachts starker Regen, es wurde kalt (7 Grad) und der Platz war am Morgen ziemlich matschig.
Bei nicht so optimalem Wetter starteten wir mit zwei kleineren Bussen Richtung Tafraoute. Die schmale Straße schlängelte sich über viele Serpentinen über 100 Kilometer hinauf. Die Kleinstadt liegt im marokkanischen Antiatlas-Gebirge auf ca. 1.000 Meter und ist für ihre spektakuläre Landschaft aus rosa Granitfelsen und üppigen Palmenoasen bekannt.
Eigentlich geht die Tourplanung von HEKA-Mobilreisen davon aus, dass die Strecke mit den eigenen Fahrzeugen gefahren wird, denn es gibt wunderschöne Campingplätze unter Palmen vor der Stadt.
Matthias, unsere Reiseleitung, der stets um unsere Sicherheit bedacht war, kennt diese kurvige, steile und schmale Strecke und genau deswegen hatte er heute davon abgeraten. Wir waren von der langen Fahrt am Vortag doch noch etwas müde, was durchaus der Konzentration abträglich sein könnte.
Gleichwohl war die Fahrt nicht minder aufregend, denn die marokkanischen Fahrer fuhren trotz Regen und leichtem Schneefall ziemlich zügig den Berg hoch.
Es war eine traumhafte Fahrt entlang felsigem Gelände, grünen Tälern, Palmen, über steinige Flusstäler und hinauf zu beeindruckenden Felsformationen. Mit etwas Phantasie konnten wir in den riesigen Steinen Tierumrisse oder Gesichter erkennen.
Wir legten einen kurzen Stopp bei den „Les Pierres Bleues“, den blauen Steinen ein. 1984 hat der belgische Künstler Jean Vérame riesige, von der Erosion rundgeschliffene, Granitblöcke mit leuchtend bunten Farben, meist blau, komplett angemalt. Inzwischen sind diese von anderen Künstlern neu bemalt worden. Es regnete, windete und ist echt kalt. Wir sahen uns deshalb nur zwei Steine des Ensembles an, da sie recht weit verstreut lagen.
Nach dem zugegeben kurzen Kunstausflug ging es zurück nach Tafraoute. Eine Kleinstadt, die sich aber einen gewissen dörflichen Charakter erhalten hat, was durch den traditionellen Baustil repräsentiert wird. Für die umliegenden Dörfer im Ammeln-Tal fungiert sie als wirtschaftliches Zentrum.
Wir nützten die verbleibende Zeit bis zur geplanten Rückfahrt für einen Rundgang. Die Stadt ist bekannt für feine, handgefertigte Lederschuhe. Den Handwerkern konnten wir bei ihrer Arbeit zusehen. Leichte Hausschlappen kosten nach konsequentem Handeln 10 €. Leider waren aufgrund des Ramadans fast alle Restaurants geschlossen. Ein netter Marokkaner bot uns Tee und Kaffee an, obwohl er noch geschlossen hatte.
Mit dem ein oder anderen Mitbringsel ausgerüstet, brachten uns unsere routinierten Fahrer wieder sicher zurück.
Tag 26: 4. März 2026
Nach einer regenreichen Nacht machten wir uns bereit für die Weiterfahrt. Gott sei Dank hörte der Regen auf und die Sonne schien. Auf dem Platz hatten sich große Pfützen gebildet und wir versuchten sie so gut es geht zu umfahren.
Nach unserem Abstecher in den Süden ging es wieder zurück Richtung Agadir. Als wir Agadir passierten, wurden wir mit einem fantastischen Blick auf den Atlantik begrüßt. Die Küstenstraße zeigte uns Marokko wieder mal aus einer anderen Sicht.
Hier erlebten wir eher einen Tourismus wie wir ihn von Europa kennen. Volle Strände mit Surfern, die auf die richtige Welle warten und sehr viele Camper, die „wild“ stehen.
Wir machten eine kurze Pause und sahen die spärlichen Behausungen der Hirten neben der Straße. Welch ein Kontrast, den wir immer wieder in Marokko erleben.
Nach einer Weile, erfreut von dem Blick auf das Meer, mussten wir die gut ausgebaute Straße am Meer verlassen, um nach Essaouira zu kommen. Die Straße führte mit steilen Anstiegen und engen Serpentinen ins Landesinnere.
Die vielen Kurven, das ständige rauf und runter und der einsetzende Regen waren für die Fahrer sehr anstrengend.
Es fielen uns mehr und mehr die vielen Arganbäume rechts und links der Straße auf und damit einhergehend viele kleine Verkaufsstände, mit winkenden Einheimischen, die Arganöl, Honig und Amlou (süßer Brotaufstrich: gemahlene Mandeln mit Honig und Arganöl) zum Kauf anboten.
Die Straße war für unsere großen Fahrzeuge eine Herausforderung. Wir kamen nur sehr langsam voran und so vergingen über fünf Stunden, bis wir uns dem Campingplatz näherten. Es war einer der schönsten Plätze auf unserer Reise mit einem Traumstrand und einem Top-Restaurant auf dem Platz.
Unterwegs konnte noch ein Betrieb, der Arganöl herstellt, besichtigt werden.
Als wir im Regen ankamen, ist es wie immer auf Reisen. Städte, Sehenswürdigkeiten, Strände sind nur halb so schön, wenn es regnet. Von Freunden, die eher aus dem Norden von Deutschland kommen, hören wir manchmal, dass es kein schlechtes Wetter gibt, sondern nur unpassende Kleidung. Wir würden unpassende Kleidung in Kauf nehmen, wenn die Sonne scheint.
Tag 27: 5. März 2026
HEKA-Mobilreisen hatte wieder Taxis organisiert, die uns direkt zum Hafen in Essaouira bringen. Es fallen einem sofort die vielen blauen Fischerboote und die Stände der Fischer auf.
Wir waren leider etwas spät dran, so war das Markttreiben weitgehend zu Ende.
Die Stadt liegt direkt am Meer und so spürte man den kräftigen Wind, der von vielen jungen Leuten zum Surfen und Kiten genutzt wurde. Mit unserem Stadtführer gingen wir in die Altstadt (Medina). Sie ist von einer alten Stadtmauer umgeben und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Statt Hektik wie z.B. in Marrakesch, findet man hier eher ruhige, enge Gassen mit weiß-blauen Häusern, kleinen Läden, Werkstätten und den Fischmarkt. Letzterer hatte uns schon irgendwie beeindruckt, insbesondere was die hygienischen Verhältnisse angeht. Erwähnen muss man unbedingt die Werkstätten, die kunstvoll verzierte Holzschachteln in Handarbeit herstellten. Sie werden oft aus Thuja-Holz hergestellt, was hier in der Region wächst. Jedes Kästchen ist etwas Besonderes und hat manchmal einen raffinierten Verschluss, so dass man sie nicht ohne weiteres öffnen kann.
Wenn man durch die Altstadt schlendert, sieht man mehr Einheimische als Touristen. Essaouira ist nicht laut und hektisch, sondern eher entspannt und ein bisschen alternativ. Viele Künstler leben hier, es gibt Galerien und kleine Cafés, wo man wundervoll den kreativen Vibe der Stadt spüren kann.
Die Zeit verflog zu schnell und so hatten wir den Eindruck, noch nicht alles Schöne gesehen zu haben.
Ein Abendspaziergang vom Campingplatz zum Strand beendete den wunderbaren Tag.
Tag 28: 6.März 2026
Nach 260 km erreichten wir unseren heutigen, sehr schönen Campingplatz in Oualidia.
Auf der Fahrt hatten wir so viele Esel wie noch nie gesehen. In dieser Gegend wohl das Hauptverkehrsmittel. Aber auch Dromedare querten die Straße und der Marokkaner bedankte sich mit einem freundlichen Lächeln.
Das Highlight heute waren die Ortsdurchfahrten. Eine Straße führte mitten durch den Markt und man musste bei dem hektischen Treiben rechts, links und vor den Fahrzeugen sehr aufpassen. Eine Herausforderung für die Fahrer.
Nach langer Fahrt gab es erst mal einen Kaffee und anschließend wurde die Gegend erkundet.
Der Campingplatz liegt hoch über dem Meer mit genialer Sicht. Oualidia liegt an einer Lagune, eine lange geschützte Wasserfläche, zwischen Meer und Land. Dadurch ist das Wasser viel ruhiger als am rauen Atlantik. So gibt es hier viele Ferienwohnungen, kleine Hotels und ein paar Restaurants. Unseren Rundgang nützten wir noch für einen kleinen Einkauf und waren überrascht, wie wenig hier die Lebensmittel kosten.
Tag 29: 7.März 2026
Nach dem Frühstück, einen Spaziergang runter in den Ort und an den traumhaften Strand. Der Wohnmobilstellplatz dort war sehr gut besucht.
Monsterwellen und Schaum am Ufer und es war fast menschenleer.
Am Nachmittag starteten die Vorbereitungen zum traditionellen Kartoffelpufferessen. Dafür hatte Matthias einen super Platz ausgesucht, wo wir einen wunderschönen Blick auf die Bucht hatten.
Die Männer schälten 18 kg Kartoffeln und die Frauen Äpfel für Kompott.
Martina hatte zu Kaffee und Kuchen eingeladen, wir feierten ihren Geburtstag. Inzwischen hatte Matthias Mengen von Kartoffelpuffern gebraten, zwei Stunden lang, heiß und knusprig, bis alle satt waren.
Tag 30: 8. März 2026
340 km liegen vor uns, eine der längsten Etappen.
Einfach schön Tag, eine fast leere Autobahn vorzufinden. Das wird eine angenehme Fahrt. Rechts und links von der Autobahn sieht man noch die Schäden, verursacht durch die außergewöhnlichen Unwetter, welche es seit vielen Jahren nicht gegeben hat.
Demolierte Gewächshäuser, überschwemmte Felder, aber andererseits durch den Regen blühende Wiesen. Arbeiter auf den Feldern, die mit der Hacke die Felder bestellen oder mit dem Pferd pflügen. So trifft man in Marokko immer wieder auf Tradition oder Moderne.
Die Gruppe hat sich nach Diskussion mit Matthias, gegen eine Besichtigung von Casablanca entschieden. Gründe sind für uns die Verkehrssituation am Sonntag in Casablanca, schlechte Parkmöglichkeiten an der sicher beeindruckenden Moschee Hassan-II und im Vergleich zu Marrakesch oder Rabat weniger „Tausendundeine Nacht“, dafür aber sehr großstädtisch.
Ein Paradebeispiel für die Verkehrssituation am Sonntag erleben wir in einem Vorort von Casablanca. Eigentlich wollen wir in einem großen marokkanischen Marjane Supermarkt einkaufen. Aber das wollen heute auch sehr viele Marokkaner samt Familien. Am Sonntag haben hier die Geschäfte geöffnet. Rund um den Supermarkt viele Läden wie z.B. Decathlon, McDonalds und Bricolage. Verkehrschaos, Stau und keine freien Parkplätze. Wir sind heil froh, als wir mit unseren großen Fahrzeugen und viel Rangierarbeit das Einkaufszentrum unbeschadet verlassen können. Parkplatz gibt es keinen für uns und der Einkauf wird verschoben.
Nach dem Adrenalinschub ist die Weiterfahrt entspannend. Imposant ist die Schrägseilbrücke, die Mohammed VI Brücke, die über das Tal des Bouregreg-Flusses führt. 2016 fertiggestellt und nach dem heutigen König benannt.
Welch ein Glück, denn kurz vor dem nächsten Campingplatz findet Google in Kenitra einen neuen Marjane Supermarkt. Jetzt haben wir doch noch die Möglichkeit diesen riesigen Supermarkt kennenzulernen und zu shoppen. Wir sind immer wieder erstaunt, welch riesige Supermärke es hier gibt. Auf der einen Seite die Medina mit vielen kleinen Läden und dann modernste Supermärkte.
Tag 31: 9. März 2026
Heute besuchten wir die Königsstadt und Hauptstadt Rabat. Sie zeigte sich uns von ihrer besten Seite unter weiß blauem Himmel, eben wie wir Bayern es mögen. Im Vergleich zu den anderen marokkanischen Städten, die wir besuchten, ist sie sehr modern. Uns beeindruckten die neuen, manchmal etwas futuristisch wirkenden, Hochhäuser, als auch die imposante Infrastruktur. Mit dem Reisebus und einem genialen Stadtführer ging es kreuz und quer durch die große Stadt.
Leider gab es hier keine „Mini-Train“ die oft in Städten angeboten werden, um einen Überblick über die Sehenswürdigkeiten zu bekommen. So fuhren wir mit unserem Bus zu dem Hassan-Turm, dem Mausoleum von Mohammed V und dem Königspalast, der Hauptresidenz des marokkanischen Königs. Besucher dürfen nur bis zum prunkvollen Haupttor (andalusisch-marokkanische Stilelemente) und die königliche Garde fotografieren. Weiter ging die Fahrt in die modernen Viertel mit neuen Wohnanlagen und prächtigen Bürogebäuden. Rabat ist für Marokko wirtschaftlich wichtig, was an den vielen Regierungsgebäuden, Botschaften und dem Sitz internationaler Unternehmen deutlich wird. Kurzum, eine Stadt, die sauber, modern, grün und vielfältig ist, sehr konträr zu den bisher besuchten Städten.
Nach dem Mittagessen am Hafen liefen wir durch die Kasbah des Oudaias, die nur über zwei Torbauten erreichbar ist. Innerhalb der Mauern befindet sich die Altstadt (Medina) mit weiß und blau getünchten Häusern. Am Ende der Hauptstraße erlebten wir einen imposanten Blick von der Aussichtsterrasse auf die Mündung des Bouregreg und den Atlantik.
Es war ein langer Tag und wir waren erfüllt von allem, was wir sehen und erleben konnten.
Ein krönender Abschluss unserer Marokkoreise.
Tag 32: 10. März 2026
Eine kleine Gruppe hat sich verabredet, um vom Campingplatz zu Fuß zum Hafen zu gehen, in der Hoffnung die einlaufenden Fischerboote zu sehen.
Um sieben Uhr morgens gehen wir los. Es hat die ganze Nacht (leider) geregnet.
Angekommen müssen wir leider feststellen: Alles ist gesperrt, der Eintritt ist verboten und die Boote liegen bereits im Hafen. Fotografieren nicht erlaubt. LKWs werden in einer Halle mit Fisch beladen. So können wir das erhoffte Treiben der Fischer nicht erleben und auch keinen Fisch kaufen, worüber wir doch etwas enttäuscht waren.
Zurück am Campingplatz starten wir mit allen Carthagos Richtung Assilah. Auf der Strecke immer noch große Überschwemmungsgebiete, zerrissene Planen der Gewächshäuser, die eilig repariert werden.
Am Nachmittag kamen wir in Assilah an. Den Campingplatz kennen wir bereits. Es war unser erster Platz in Marokko. Es war ziemlich eng, aber mittlerweile sind alle so routiniert, dass das Einparken der Wohnmobile reibungslos funktionierte.
Das Wetter hatte sich wieder gebessert, es ist sonnig.
Tag 33: 11. März 2026
Unsere Reise neigte sich dem Ende zu.
Um neun Uhr startete unsere Karawane Richtung Tanger Med.
Wir steuerten noch eine Tankstelle an und tankten voll. Der Diesel kostete hier umgerechnet 0,98 Euro/Liter.
Bei dieser Gelegenheit checkte Matthias zur Sicherheit den Unterboden unserer Carthagos auf eventuell versteckte Drogen.
Die Gegend vor Tanger war immer noch in weiten Teilen überschwemmt. Felder und Wiesen teilweise unter Wasser. Um halb elf erreichten wir den Hafen. Matthias zeigte uns, wo wir die Tickets abholen können und gab letzte Instruktionen. Die Fahrt durch das Hafengelände verlief zügig. Allerdings mussten diesmal alle durch den Fahrzeugscanner. Dann hieß es warten, die Fähre war noch nicht da. Nach einer gefühlten Ewigkeit durften wir auf die Fähre fahren. Alle waren froh als, nach den manchmal nicht ganz nachvollziehbaren Anweisungen des Schiffpersonals, alle Carthagos auf dem Deck standen und die Fähre ablegte. Im Gegensatz zur Hinfahrt hatten wir diesmal blauen Himmel und ruhiges Wasser.
Um 16:00 Uhr erreichten wir Algeciras, Europa hatte uns wieder.
Womit keiner gerechnet hatte, war die zeitintensive Grenzkontrolle. Teilweise wurden die Camper mit Hunden kontrolliert und Zollbeamte inspizierten die Fahrzeuginnenräume. Es dauerte mehrere Stunden, so dass wir erst gegen 19:30 Uhr das Hafengelände verlassen konnten.
Als wir den, bei der Anreise genutzten, Stellplatz anfuhren, war dieser leider fast voll belegt. Ein paar von uns kamen noch unter, alle anderen mussten versuchen, in der näheren Umgebung einen Übernachtungsplatz zu finden.
So trennten sich unsere Wege nach einer langen gemeinsamen Zeit.
Eine gewisse Wehmut beschlich einen nach der wunderschönen gemeinsamen Zeit mit vielen fantastischen Erlebnissen, technischen Herausforderungen und Abenteuern. Ein Land der Kontraste, dass durch seine jahrhundertelange Kultur, viele davon UNESCO-Weltkulturerbe, begeisterte. Gleichermaßen die Landschaft mit unendlichen Weiten, schneebedeckten Bergen bis zu den Dünen der Sahara.
Marokko werden wir nicht so schnell vergessen!
Tag 34: 12. März 2026
Wir bedanken uns bei Anna und Matthias von HEKA-Mobilreisen für eine unvergessliche Reise durch Marokko. Sie haben mit ihrem Wissen und der immer herzlichen, hilfsbereiten Art die vielen gemeinsamen Wochen zu einem unvergesslichen Abenteuer gemacht. Teilweise schwierige Wetterverhältnisse, technische Probleme an einzelnen Wohnmobilen oder einfach die ein oder andere gesundheitliche Herausforderung, alles wurde von beiden berücksichtigt und gemeistert. Sie haben immer die Ruhe bewahrt, flexibel reagiert und dafür gesorgt, dass wir uns jederzeit gut betreut und sicher gefühlt haben. So konnte unsere Marokkoreise zu einem ganz besonderen Erlebnis werden.
Fotos und Bericht:
Gaby und Jürgen Fischhuber