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Trauminsel Poel

Poel, eine Trauminsel in der Ostsee

Es ist eine Insel jenseits vom Massentourismus und mondänem Strandleben

Der Ostseeinsel Poel gelingt es, ihren unaufgeregten, unwiderstehlichen Charme zu erhalten. Wem das Bescheidene, Dörfliche, Unaufgeregte liegt, wer auf Fünf-Sterne-Kurhaus, Stoffservietten-Cuisine und Wellness verzichten kann, der wird auf Poel dem Zauber der Ruhe und Weite, der Salzluft und dem Wind erliegen. Der genießt die freie Sicht über die Felder, die unzähligen Blicke über sie hinweg hinunter bis zum Meer.
Der ungewöhnliche Name der Insel leitet sich entweder aus dem nordischen Phol ab, in der germanischen Mythologie der Gott des Lichts, oder aus der slawischen Bezeichnung für „flaches Feld“.

Ja, es ist das wahnsinnige Licht. Beim Sonnenuntergang am Reisemobilstellplatz am Poeler Forellenhof konnte ich mal wieder gar nicht genug fotografieren! Immer wieder andere Einstellungen hab ich an der Kamera ausprobiert. Das musste ich danach zuhause alles noch sortieren!

Eine kleine Kirche, die weithin sichtbare Landmarke der Insel Poel

Weil es so schön leicht hügelig ist auf der Insel, erkundeten wir sie mit dem Fahrrad. Unsere erste Tour führte uns um die Bucht herum zum Hafen in Kirchdorf. Ein Besuch in der Backsteinkirche gehört zum Pflichtprogramm.

Das zauberhafte Kirchlein wurde im romanisch-gotischen Stil erbaut. Es diente lange Zeit als Seezeichen. Aber als Radfahrer kann man sich auch wunderbar an der Kirchturmspitze orientieren und gelangt so immer wieder nach Kirchdorf zurück. Dann suchten wir die Festung. Sternförmig angelegt sahen wir die Umrisse auf Maps me- aber keine Burg- bis wir erfuhren, dass sie bereits 1703 eingestürzt ist und die Backsteine zahlreichen Inselbewohnern zu ihrem Hausbau dienten.

Von Kirchdorf radelten wir nach Timmendorf zum Hafen und zum Leuchtturm. Der Leuchtturm gibt der Radtour “Leuchtturm“ seinen Namen. Er ist das Seezeichen. Schiffe, die aus der Mecklenburger Bucht kommen und in Wismar anlegen, müssen an vielen Untiefen rund um die Inseln Poel und Walfisch vorbei. Der Timmendorfer Leuchtturm ist ihre markante Navigationshilfe. Sein Feuer strahlt seit dem 1.Oktober 1872 hinaus in die Dunkelheit. Hier, in der Nähe des Leuchtturms, gibt es sogar eine kleine Steilküste.

Im Forellenhof kommt die Forelle aus Südamerika!

Ein idyllischer, unaufgeregter kleiner Hafen lockt zum Verweilen.
Zurück am Forellenhof Poel gingen wir ins Restaurant Fisch essen. Wir sind richtige Fischfanatiker geworden. Es gibt an Nord-und Ostsee doch so viele leckere Fischgerichte. Allerdings enttäuschte es uns total, dass im Poeler Forellenhof die Forellen aus Chile importiert werden, um sie hier zu räuchern.

Am nächsten Tag radelten wir Richtung Gollwitz, um einen Blick auf die Vogelschutzinsel Langenwerder zu erhaschen. Schwärme von Schwänen sind hier unterwegs. Langenwerder ist das älteste Seevogelschutzgebiet Deutschlands. Sturm-, Silber-, und Lachmöven finden beim Brüten hier ihre Ruhe.

Bei Kathy schmeckte der Kuchen

Der Radweg führte uns entlang der Küste durch einen schönen Kiefernwald vorbei „Am schwarzen Busch“ bis zum Cafe Frieda. Es ist ein Kunst- und Kulturcafe, in dem wir eine hervorragende Sanddorntorte und leckeren Kirschkuchen genießen konnten. Hier bewirtet Kathy Gordon ihre Gäste. Es befindet sich im ehemaligen Schweinestall auf dem Gutshof ihrer Großeltern. Einheimische und Gäste lieben das „Cafè Frieda“ wegen der kulturellen und kulinarischen Angebote.

Wir verließen die schöne Insel und weiter geht's entlang der Ostseeküste.

Marianne Pastwa-Hondong