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Fahrsicherheitstraining 2026 in Rüthen

 

Erfahrungsbericht zum

Verkehrssicherheitstraining vom 18.04. – 19.04.2026

auf dem Übungsplatz des

ADAC – Verkehrssicherheitszentrum in Rüthen

 

 

Insgesamt sind wir mit 10 Wohnmobilen und warten schon ganz ungeduldig auf den Einlass.

Mit Ausnahme eines Wohnmobiles sind in jedem Fahrzeug 2 Personen, Wobei nicht alle Teilnehmer selber fahren. Möglicherweise wird sich das noch im Laufe der nächsten zwei Tage ändern.

Wir – Achim und ich - fahren schon sehr viele Jahre mit dem Wohnmobil durch die Weltgeschichte. Ein Fahrsicherheitstraining mit dem Wohnmobil ist für uns aber absolutes Neuland.

Wir sind gespannt, ob wir „alte Hasen“, noch etwas dazu lernen können.

Im Seminarraum treffen wir uns zu Kaffee und Kuchen. Es gibt eine Vorstellungsrunde.

Unser Trainer Tom gibt uns einen organisatorischen Überblick, worauf wir achten müssen/sollten und, was wir von dem Training erwarten können. D.h.: wir klären die Spielregeln…

Wir werden gefragt, wie lange wir schon den Führerschein haben und wie wir uns als Fahrer (generell) einschätzen. Darüber habe ich noch nie nachgedacht!!!

War aber auf alle Fälle hilfreich noch einmal darüber nachzudenken.

Die Gruppe ist bunt gemischt. Aber zwei Dinge vereinen uns: Wir alle lieben eine bestimmte Art des Reisens und haben uns für einen bestimmte Fahrzeugmarke entschieden.

Schnell ist die „Wagenburg“ gebaut und noch schneller das Wesentliche aus dem Fahrzeug geholt.
Während wir in die ersten „Fachgespräche“ eintauchen, beginnt – still und leise - schon das Trainingsprogramm.

Mit jeder Wohnmobilbesatzung bespricht unser Trainer Tom mit dem Fahrer und Beifahrer die beste Sitzposition & Ergonomie, das Sichtfeld, Lenkradhaltung und den Kontakt zu den Pedalen. Und schon ist für uns der erste „Oha-Effekt“ da.

Nie wieder werde ich anders sitzen wollen. Auf der Heimfahrt hat es sich gezeigt, dass ich deutlich entspannter sitze und fahre.

Und obgleich wir dachten, dass unsere Transportsicherung perfekt wäre, gab er uns dennoch sehr wertvolle Hinweise, das Eine oder Andere noch zu optimieren.

Der Abend ist entspannt, das Camper-Büffet sehr vielseitig und sehr, sehr lecker. Die Erzählungen von den Reisen sind spannender und interessanter als jeder „Tatortkrimi“.

Müde und aber voller Erwartung ziehen wir uns in unser Wohnmobil zurück, und schlafen einem neuen, spannenden Tag entgegen.

Der zweite Tag startet mit leckeren frischen Brötchen, die für uns eigens bestellt waren. Dann geht’s allerdings recht zügig ins Tagesprogramm. Schließlich sind wir ja nicht zu einem Kaffeekränzchen gefahren.

Wir bekommen erste Anweisungen, was uns bei dem Thema „Notbremsung“. erwartet.

Tom erklärt uns die nächsten Schritte.

Wir beginnen mit einigen Runden Slalomfahrt.

Nach dem Motto „Früh, weich, wenig“ mit dem Mindset „Flüssig, vorausschauend, entspannt“ nutze ich meine neue Lenkradhaltung um das Wohnmobil sicher auf Spur zu halten.

Danach steht das Thema „Notbremsung“ auf dem Plan.

Hier hat sich mein „innerer Schweinehund“ zunächst ausdrücklich und stark dagegen gewehrt.

Im dritten Anlauf hat es dann geklappt: „Schnell, hart und nachdrücklich bis zum Stillstand.“

Aggresiv, entschlossen und hart zu sich selbst. So konnte ich den „inneren Schweinehund“ an die Kette legen und die Angst vor einer Vollbremsung ablegen.

Mit 50 km/h durch die Pylonen durch und sofort eine Vollbremsung.

„Der größte Fehler ist Zögern. Die Eingabe beim Bremsen muss sofort bei 100% liegen.“

Und nun  die Einführung für die nächste Herausforderung….

…..let´s go.

In der folgenden Trainingseinheit wird das Wohnmobil über eine Kuppe gefahren und muss unter schwierigeren Bedingungen wie glattem, nassem Asphalt, Wasserfontänen etc. zum Stehen gebracht werden.

Diese Übung hat nur Achim absolviert.

Für meinen Teil bin ich aus dieser Übung ausgestiegen. Wären wir auf der Autobahn gewesen hätte ich auf eine ausgiebige Rast gedrungen. Ich war sehr müde und kaputt, und konnte mich nicht mehr ausreichend konzentrieren. Eine nicht nette Grenzerfahrung. Ich musste ehrlich mit mir selber sein: das wird mir gerade etwas zu viel.

Ich bedaure das schon, ich hätte „das mit der Wasserfontäne“ sehr gerne ausprobiert, bin mir aber sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Denn in „Realtime“ wäre ich für mich und mein Umfeld ein nicht unerhebliches Risiko gewesen.

Jetzt freue ich mich auf unser nächstes Training. Denn die Erfahrung „Wasserfontäne“ möchte ich gerne noch machen.

Die „Warteschlange“ vor der Wasserfontäne. Die Teilnehmer warten auf ihren Einsatz.

An der Stelle sei erwähnt, dass alle Wohnmobile mit einem Funksprechgerät ausgestattet wurden.  So waren wir ständig mit dem Trainingsleiter in Verbindung, und konnten damit den Anweisungen gut folgen.

Hier nun Achims Fazit :

„Mit dieser Situation konnte ich gut umgehen. Im Besonderen auch, weil wir das „kräftige, herzhafte Bremsen“ schon im Vorfeld geübt hatten. Immer gerne wieder.“

„Du fährst das Auto nicht mehr alleine. Du bist der Systemüberwacher.“

 

Einparken mit dem Wohnmobil…

…ist ein Thema, dass sehr gerne eine gewisse Dynamic zwischen Fahrer und Beifahrer auslöst.

Auch wir haben hierzu schon unsere einschlägigen Erfahrungen gemacht.

An dieser Stelle ist eine klare und absolut eindeutige Kommunikation zwischen Fahrer und Einweiser notwendig. Auch setzt es ein gerütteltes Maß an Vertrauen in den Einweiser voraus. Auch Alleingänge des Fahrers sind nicht wirklich hilfreich.

Wir lernen, welche Handzeichen wichtig sind Und das mit dem „toten Winkel“ und dem „Ausschwenkbereich“ haben wir bislang nicht so richtig auf dem Schirm gehabt. Und schon wieder ein Oha-Erlebnis.

Wir bauen einen Parcours auf und los geht’s..

Tom unterstützt da wo es notwendig ist, ist immer zur Stelle.  Wir sind beeindruckt von seinem Fachwissen und seiner Geduld.

Zwei spannende Tage gehen zu Ende. Etwas müde, aber voller neuer Eindrücke und Erfahrungen treffen uns zur Feedbackrunde im Seminarraum.

Etwas müde, aber voller neuer Eindrücke und Erfahrungen treffen uns zur Feedbackrunde im Seminarraum.

Achim und mein persönliches Fazit:

Wir haben doch noch einiges dazu gelernt, Einiges neu erfahren und Bewährtes verbessern können. Nette Menschen kennen gelernt. Die weltbeste Gulaschsuppe gegessen und tollen Reiseberichten gelauscht.

Wir hatten viele interessante persönliche und fachliche Nebengespräche: endlich habe ich begriffen, wie ein AL-KO Chassis funktioniert, und wir darauf achten müssen, dass bei den nächsten Inspektionen die Drehstabfederung (ich wusste gar nicht, dass wir so etwas schickes verbaut haben J) regelmäßig gefettet werden sollten.

Über das Zusammenspiel von Menschen & Assistenzsysteme hatten wir auch noch nicht so wirklich differenziert nachgedacht. Das wird sich ändern.

Ich bin seit längerem mal wieder meinem inneren Schweinehund begegnet. Ich wurde daran erinnert dass es ihn immer noch gibt, ich aber der „Boss“ bin.

Auch mal wieder eine Grenzerfahrung hinsichtlich meiner Konzentrationsfähigkeit zu machen, war zwar nicht so nett, aber hilfreich.

Zu der Frage hinsichtlich meines Fahrstils habe ich mir nochmals Gedanken über meinen gemacht und fahre – zumindest glaube ich – etwas bewusster.

Mein Gepäck – auch im PKW - wird nun doch etwas bewusster und sorgfältiger verstaut.

Und auch als „alte Hasen“ haben wir noch einiges dazu gelernt. Außerdem überlegen wir, dieses Training alle zwei Jahre zu wiederholen.

Wir bedanken uns aufs herzlichste bei Rut und Rainer für die tolle Organisation und die weltbeste Gulaschsuppe.

Vielen Dank an Tom, an seine Fachkompetenz, Ruhe und Geduld. Auch sein Premium Fahrer-Logbuch nehme ich gerne noch einmal zur Hand.

Auch vielen Dank an Claudia, die still und leise einige organisatorische Aufgaben erledigt hat.

Herrlichen Dank für die vielen, sehr interessanten Nebengespräche und Hinweise aus der Gruppe.

Ruth Claus-Kümpel