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5. Spargeltour in Celle

Zur 5. Spargeltour hatte Spargelkönigspaar Doris und Dieter Jäger vom 4. bis 7. Juni 2026 in das Fachwerkstädtchen Celle eingeladen. Die Mittelstadt gilt als südliches Tor zur Lüneburger Heide. Celle hat eine wunderschöne Altstadt mit über 400 Fachwerkhäusern und einem Schloss im Stil der Renaissance und des Barocks.

Auf dem hinteren neuen Stellplatz standen wir mit 20 Wohnmobilen fast allein. Wer zum Carthago-Treffen pünktlich kommt, ist sowieso zu spät, dachten sich einige Teilnehmer und waren schon 1-2 Tage vorher angereist. Ab 12:00 Uhr war offiziel für uns reserviert. Und spontan ab 14:00 Uhr standen Kaffee und Kuchen auf den Tischen der Stuhlreihe. Reni hatte extra einen Kuchen gebacken. Petrus machte das Wochenende zur Herausforderung für uns. Beim angesagten Regenschauer zeigte sich die Kreativität der Teilnehmer mit bunt gemixten Regenschirmen.

Der weitere Wetterbericht machte dem Camperbuffet einen Strich durch Doris´ Rechnung. Aber so kennen wir sie als hervorragende Organisatorin, es wurde flugs nach Abfrage in der Whats-Gruppe im Stadtpalais ein Buffet bestellt. Sehr lecker mit Salat und Brot FRANZ, 2 Sorten Fleisch, Reis und Kartoffelgratin, Rotkohl und Schokoladenmousse als Nachtisch. Der angemietete Raum war für uns als Gruppe ideal, wir saßen trocken und ungestört. Eine Stuhlkreis der Unerschütterlichen rundete den Abend ab.

Unverhofft gutes Wetter lud dann zum Programm für den Freitag nach Celle zum Schlossplatz. Eine Gruppe bestieg die Stadtbahn Müllers City-Express. Die Route „schuckelte“ uns durch den Schlosspark, Heiligen Kreuz, Schuhstraße, Französischen Garten, am neuen Rathaus mit Stadtpark, Stadtteil Blumlage, Bergstraße und Großen Plan für ca. 45 Minuten. Unterwegs gab es Informationen zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten.

Währenddessen genoss die andere Gruppe die 1. Führung durch die Kulissen und Bühnen des Schlosstheaters. Ich berichte aus der Führung der 2. Gruppe nach dem Wechsel. Das Theater wurde im Zuge der Erneuerung und Barockisierung des Celler Schlosses als Hoftheater in den Jahren 1670 bis 1675 auf Initiative von Georg Wilhelm Fürst von Lüneburg gegründet. 1890 stellte das Theater zwischenzeitlich den Spielbetrieb ein. Erst 1935 wurde es umfassend renoviert und wiederbelebt. Das Barocktheater mit hufeisenförmigem Zuschauerraum nach italienischem Vorbild ist einer der ältesten Theaterbauten Europas. Das Theater verfügt neben diesem über zwei Studiobühnen (Malersaal und Turmbühne) im Schloss, ein Sommertheater im Innenhof und seit 2015 über die Halle 19 neben der CD-Kaserne. Weiterhin gibt es Aufführungen in der Umgebung von Celle als Landpartie; um 100 Mitarbeiter sind im Theater beschäftigt.

Mit dem ungemein engagierten Führer Markus Hilgers erlebten wir das Gebäude und Theater als lebendiges Teil der Geschichte Celles. Man spürte sein Herzblut für diese wunderbaren Spielstätten und er hatte zu allem viel zu berichten. Im 2. Stock durften wir die Atmosphäre im hufeisensenförmigen Zuschauerraum erfahren, danach auf der Bühne selbst. Es wurden von beiden Gruppen Fotos darauf gemacht.

Unsere Gruppe bekam das Vergnügen einer Rundfahrt auf der Bühne durch den Bühnenmeister. Was ein besonderer Spaß! Weiter ging es treppauf und -ab zur Schneiderei, in der alle Kostüme komplett angefertigt bzw. immer wieder bearbeitet werden. Über das Bügelzimmer ging´s weiter zur Maske, in der aus den Schauspielern die Darsteller der Aufführungen werden. Zurzeit läuft „Blues Brothers“ nach dem gleichnamigen Film. Einige von uns hatten noch Karten ergattert und waren begeistert.

Voll wunderbarer Bilder und Erzählungen waren die meisten ca. 15:00 Uhr zurück am Platz und durch angekündigte Gewitter wurde der Biergartenbesuch kurzerhand wieder ins Stadtpalais verlegt, wo uns ein Grillbuffet mit Koteletts, Würstchen, Garnelenspieße mit Salaten, Brot und Obstsalat zum Nachtisch serviert wurde.

Unerschütterlich gab es danach bei bestem Wetter ein Fässchen Bier vom Königspaar und Akkordeonklänge von Wilfried Runge zur „kornblumenblauen Stimmung“.

Samstag = Freizeit: Martin Blömer nahm seine fahrradbegeisterte Truppe mit auf eine 32 km-Tour ins eller Umland.

 

Andere nutzen den Vormittag zum Stöbern auf dem Flohmarkt im Französischen Garten gegenüber dem Stellplatz sowie zum Bummeln über den Wochenmarkt in der Stadt. Wer zurückkam, roch es schon…, Doris hatte über Stunden Berge von Waffeln für alle gebacken, die Verführung pur mit roter Grütze (Geheimtipp) und Sahne. Da blieb kein Teller leer. Petrus hatte eine Extraportion Sonne geschickt, Sommerkleidchen und Hüte waren überall zu sehen. Als weiteres Highlight zauberte Doris kurzerhand auch noch ein paar Fläschchen Carthago-Secco und Dieter wieder ein Fässchen Bier hervor. Beste Stimmung schon am Nachmittag beim Schwätzchen mit dem Nachbarn. Und dann kam Wilfried mit der Quetschkommode, Stephan Sommer ließ es sich auch nicht nehmen und beide begeisterten ihr schunkelndes Publikum.

Das war nun nicht mehr zu halten, eine ausgelassene Polonaise war der Höhepunkt. Es hätte einfach so weiter gehen können, doch frei nach dem Motto der Tour wartete das Spargelbuffet am Abend auf seine Genießer. Also, auf ins Stadtpalais zum 3. Mal bei dieser Tour. Und was soll ich sagen, es war vom Feinsten für uns aufgetischt. Spargelcremesuppe mit Brot FRANZ (hausgemachtes Krustenbrot), Spargel vom Hof Soltau, Schwarzwälder Schinken, Puten- und Schweinerückenschnitzel mit Petersilienkartoffeln, Butter und Hollandaise sowie frische Erdbeeren mit Sahne als Nachtisch.

Der wichtigste Teil des Abends im Anschluss: die Krönungszeremonie des neuen Spargelpaares, das diese Tradition der Spargeltour gerne weiterführen wird. Doris und Dieter hielten das Zepter in Form von Spargelstangen zur Übergabe bereit und lüfteten das Geheimnis. Ulrike und Wilfried (Willi) Hörsch aus Bad Krozingen sind unser neues Spargel-Königspaar für die 6. Spargeltour in 2027, es geht also ab in den tiefsten Süden. Wir freuen uns schon heute darauf!

Gegen 21:00 Uhr waren wir wieder am Platz und hätten gerne noch auf das neue Paar angestoßen. Die Aufstellung von Sitzgelegenheiten wurde jäh unterbrochen von einem Gewitter, so dass der letzte schöne Tag dadurch beendet war. Am Sonntag reisten dann überaus begeisterte Teilnehmer dieser erlebnisreichen und harmonischen Spargeltour in ihre Heimat zurück oder weiter zu verschiedenen Zielen.

Wir alle sagen von Herzen danke, liebe Doris, lieber Dieter, organisatorisch eine glatte Eins, kulinarisch ein Hochgenuss, die Stimmung genial, mehr geht nicht. (Okay, das Wetter… 😊)

Bis zum nächsten Treffen!

Marianne Lehmann